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Keufelskopf Ultra-Trail am 15.05.2010 - 2800 Höhenmeter in der Pfalz - Laufreportage von Günter Kromer

Teil 1

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Keufelskopf Ultra Trail 2010
Hindernislauf beim Keufelskopf Ultra Trail 2010

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Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
 Weiter geht es im Trailrunners-Paradise! Eine steile Straßenböschung, bei der manche von uns über Hilfe beim Aufstieg froh sind, eine etwas sumpfige Wassertretstelle unterhalb eines Steinbruchs, danach im Steinbruch fast schon alpine Verhältnisse beim Kraxeln über Geröll, vorbei an leuchtend gelb blühenden Rapsfeldern und über urige Pfade durch eine grüne Hölle - so schön kann Laufen sein!
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Aufgrund der äußerst verwinkelten Streckenführung und des häufigen Wechsels zwischen breiten Wegen und schmalen, kaum als solchen erkennbaren Pfaden hatte ich zuvor eigentlich mit einer schwierigen Orientierung gerechnet und den Track auf mein GPS-Gerät gespeichert. Doch das GPS kann ich im Rucksack lassen, da die Strecke meiner Meinung nach (zumindest jetzt!) hervorragend ausgeschildert ist. Umso stärker überrascht es mich, dass ich ungefähr bei km 35 auf Eric treffe, der mit einem Begleiter gerade ziemlich frustriert dabei ist, noch mehr Markierungsbänder an die Bäume zu hängen. Offensichtlich haben es doch bereits ein paar Läufer geschafft, irgendwo falsch abzubiegen. Aber da kann ein Veranstalter machen was er will - ein bisschen muss man als Läufer auch selbst aufpassen. Die auffälligsten Bänder und Farbpunkte nutzen nichts, wenn jemand ohne nach rechts und links zu blicken einen bequemen Weg hinab rennt, ohne auf Abzweigungen zu achten. Auch mir wird es später noch so gehen.
Allerdings kommt heute als weiteres Problem dazu, dass die Spitzenläufer zu schnell für die mit der Markierung zuständigen Mountainbiker sind, und dass leider wie bei vielen anderen Veranstaltungen Spaziergänger "aus Spaß" Markierungen beseitigen. Auch die regionalen Jäger sind nicht gerade erfreut über uns Ultraläufer.
Damit niemand verloren geht (und damit niemand absichtlich oder unabsichtlich abkürzt) stehen in unregelmäßigen Abständen Kontrollposten am Wegrand, die alle Startnummern notieren.
Etwa seit km 30 nehmen die Schmerzen in meinem rechten Knie stark zu. Ich merke, dass ich vor allem bei leichten Aufstiegen nicht mehr „rund“ laufe. Aber davon lasse ich mir den Spaß an dieser großartigen Veranstaltung nicht nehmen. Ich will diese herrliche Strecke auch weiterhin genießen. Dennoch zweifle ich jetzt zum ersten (und glücklicherweise auch letzten Mal), ob ich in diesem Zustand überhaupt die zweite Streckenhälfte laufen soll.
Über große Wiesen laufen wir auf Reichweiler zu.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Kurz vor dem Ort müssen wir eine steile, schlammige Böschung hinauf klettern. Hier ist der Boden so rutschig, dass Eric den oberen Bereich mit einem kleinen Seil gesichert hat, an dem auch ich mich zuletzt hoch ziehe.
Bald darauf erreiche ich bei km 41,8 wieder das Sportheim. Die südliche Runde ist geschafft, jetzt folgen noch mehr Kilometer in der Nordschleife. Die Frage nach Aufgeben ist bereits aus meinem Kopf verschwunden, denn abgesehen vom Knie fühle ich mich noch sehr gut. Muskeln und Kondition spielen bisher problemlos mit. Ich kam hier her um 85 km zu laufen, und die werde ich auch vollenden.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Anfangs könnte man glauben, Eric wolle uns in der zweiten Hälfte schonen, denn die Auf- und Abstiege bleiben lange Zeit meist auf einem nicht allzu schweren Niveau. Aber keine Angst - er hat sich ein paar richtig fiese Ideen für den Schluss aufgehoben.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Manchmal sehe ich weit und breit keine anderen Läufer, dann wieder treffe ich ab und zu auf andere. Zwischendurch lasse ich mich mal fotografieren.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Viele der Teilnehmer haben bereits Erfahrung mit weitaus schwereren Läufen bis hin zum Marathon des Sables oder sogar Trans-Europa-Lauf. So etwas ist für mich leistungsmäßig ebenso utopisch wie für meinen Chef (der immerhin seit kurzem walkt) ein Halbmarathon. Aber vor nicht allzu vielen Jahren dachte ich im Traum nicht daran, jemals weiter als 10 km zu laufen, und 2003 war ich am Ziel des Baden-Marathon davon überzeugt, dass dies der längste Lauf meines Lebens gewesen sei. Inzwischen denke ich im Gegensatz zu früher nicht mehr, nun meine endgültige Grenze erreicht zu haben. „Immer mehr“ gehört wohl zu den ursprünglichen Prinzipien im Leben. Die einen wollen immer größere oder schnellere Autos, mir dagegen reicht mein Kleinwagen, stattdessen will ich immer größere Lauf-Herausforderungen.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Als ich einer dreiköpfigen Gruppe auf einem breiten Forstweg folge, passiert es auch mir: Bonusrunde! Wir müssen ein Stück umkehren, hinauf bis zu den letzten Wegmarkierungen. Doch ich muss zugeben, dass es wirklich nicht an einer schlechten Markierung lag. Die zahlreichen Bänder hingen eigentlich unübersehbar im Wald.
Ein Quadfahrer kommt vorbei gefahren. Er stoppt kurz und fragt, ob er mich ein Stück mitnehmen soll. Auf gar keinen Fall! Erstens wäre das unfair, und zweitens will ich schließlich den kompletten Lauf genießen und keinen Abschnitt verpassen.
Bei Wasserstelle Nr.3 treffe ich wieder auf Eric. Dieses Mal telefoniert er gerade mit einem Läufer, der sich verirrt hat und nach dem rechten Weg fragt.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Viele Kilometer verläuft die Route nun recht einfach. Ich fühle mich noch immer fit und habe keine muskulären Probleme. Kein Zweifel, dass ich es innerhalb des Zeitlimits schaffe! Mit 10 min/km bzw. 6 Kilometern pro Stunde ist die für das Zeitlimit gerechnete Durchschnittsgeschwindigkeit sehr gering, aber aufgrund der schweren Passagen sinnvoll. Doch wer aufgrund der letzten Kilometer glaubt, dass es nun bis zum Ziel recht einfach bleibt, der ahnt nicht, was noch folgt.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Bei km 69 erreiche ich die letzte Getränkestation. Endlich Cola! Seit vielen Kilometern freue ich mich auf die Halbliterflasche, die ich zu VP 4 bringen lies. Doch zu meiner großen Überraschung hat bereits ein anderer Läufer meine Cola getrunken. Zum Glück steht in der Kiste noch eine 1,5 l Flasche, deren Besitzer zuvor schon den benötigten Anteil getrunken hatte. Davon trinke auch ich jetzt ein paar Schlucke.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Es folgt nochmals ein kurzer, recht einfacher Streckenabschnitt.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Dann erreiche ich die am besten markierte Abzweigung der gesamten 85 km. An dieser Stelle ist die auffällige Markierung wirklich sinnvoll, um auch dem letzten Zweifler unmissverständlich klar zu zeigen, dass er hier links abbiegen muss. Eigentlich kann keiner so richtig glauben, dass wir da wirklich runter müssen, so steil ist der Beginn dieses Pfades. Natürlich jede Menge rutschiger Schlamm, keine Steine, die den Füßen ein bisschen Halt geben, rechts und links nur Brennnesseln, an denen man sich im Falle eines Sturzes festhalten kann. Falls der Pfad gestern noch ein paar Stufen hatte, so wurden sie von den Läufern vor mir abgehobelt. Neben mir fragt jemand, ob wir hier auf dem Hosenboden runter rutschen sollen. Das ist jetzt endgültig die Öko-Variante des Strongman-Run. Irgendwie schaffe ich es, hier sturzfrei runter zu kommen, aber mein rechtes Knie ist jetzt endgültig für heute im Nirwana.
Nach hundert Metern geht die steile Rutscherei in einen immer noch kniekillenden Steilabstieg durch den Wald über. Den Rest der Strecke kann ich selbst bei leichtem Gefälle meist nur noch gehen statt laufen. Schade, denn von der Kondition her könnte ich zwischendrin noch einige harmlosere Kilometer weit deutlich schneller rennen. Insgesamt kostet mich das Knie heute sicher 20-30 Minuten.
Nichtläufer verstehen nie, wieso ich den Lauf trotzdem noch genieße und warum für mich seit zwei Jahren die Ultraläufe die Höhepunkte des Jahres sind. Es ist herrlich, so lange in der Natur unterwegs zu sein. Es ist überwältigend, eine so lange und schwere Distanz zu bewältigen. Es ist faszinierend, über diese großartigen Trails zu holpern. Es ist unglaublich schön, dass ich selbst jetzt noch die Landschaft und die Vegetation genießen kann, noch immer die Vögel zwitschern höre und am Wegrand schöne Farne und prächtige Baumpilze entdecke.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Gegen 18 Uhr scheint heute zum ersten Mal fünf Minuten lang die Sonne. Jetzt sieht die Gegend doch gleich noch viel hübscher aus als in dem dunklen, trüben Licht des restlichen Tages. Aber wir müssen zufrieden sein - entgegen der meisten Wetterprognosen blieben wir heute komplett vom Regen verschont.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Km 80 - nur noch fünf Kilometer - bei einem Stadtmarathon nicht viel, aber hier nochmals eine höllische Heimsuchung. Wieder führt der Weg mühsam bergauf, dann endlich wieder hinab in Richtung Reichweiler. Km 82 - der Ortsrand ist erreicht. Es scheint so, als müssten wir nur noch bequem rüber bis zum Ziel laufen. Doch ich wusste es aus alten Berichten schon vorher - der K-UT soll etwas ganz besonderes sein, und dazu gehört nun mal kein gemütliches Auslaufen. Noch einmal müssen wir steil zum Steinbruch hinauf.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Dann geht es endlich runter. Eine morsche Holztreppe erfreut Gelenke und Muskeln.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Endlich erreiche ich Reichweiler. Schon will ich die letzten Meter die Straße hinab rennen, da weist mich jemand darauf hin, dass die Strecke nicht durch das Dorf sondern außen herum führt. Das hätte ich vor lauter Freude, endlich am Ziel zu sein, beinahe übersehen. Also noch ein paar Meter auf, ab, auf, ab, aber schließlich erreiche ich doch das Sportheim, wo auch die letzten Heimkehrer noch mit Applaus begrüßt werden. 13:52, also immerhin noch 18 Minuten vor dem Zeitlimit. Platz 77 von 99 Startern, damit bin ich sehr zufrieden.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
80 Teilnehmer kamen innerhalb des Zeitlimits ins Ziel, 5 später und 14 mussten unterwegs aufgeben. Am schnellsten war Petru Muntenasu mit unglaublich schnellen 8:32, zehn Minuten darauf folgte Rene Strosny (der letztes Jahr dritter beim Transeuropalauf wurde) und Ingo Saatweber erreichte mit 9:14 Platz 3. Schnellste Frau war mit 11:27 Juliane Raubuch, gefolgt von Heike Angel mit 11:43 und Petra Scheunemann mit 11:51.
Zum Abendessen gibt es für jeden Läufer Bratkartoffeln mit Wurst und Speck, meiner Meinung nach die beste Zielverpflegung meines Lebens.

Tipp: Wem seine weißen Laufschuhe nicht mehr gefallen, der kann sie beim K-UT wunderbar färben.
Keufelskopf Ultra Trail 2010
Es war sehr hart heute, aber gleichzeitig auch sehr faszinierend. Eric ist es mit seinem Trail gelungen, ein Abenteuer zu erschaffen, das mehr ist als ein gewöhnlicher Ultramarathon. Daher bleibt als Schlusswort nur aus ganzem Herzen ein:
Danke, Eric!
Und natürlich gebührt der Dank auch den vielen anderen Helfern, ohne die so ein Lauf undurchführbar wäre,


Homepage des Keufelskopf Ultra Trail: www.tuerlings.de/kut
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