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Muskelfasern: Marathonläufer oder Sprinttalent – Die Gene entscheiden

Von Andreas Butz

Mehr über den Autor - Trainingspläne von Andreas Butz

Marathonläufer oder Sprinttalent – Die Gene entscheiden.

Es gibt Marathonläufer die trainieren über lange Jahre hinweg sehr gewissenhaft. Sie haben einen logischen Saisonaufbau, trainieren nach präzisem Plan, achten auf die optimale Gewichtung der drei Trainingsbausteine Dauerlauf, Tempotraining, Regeneration und werden dennoch beim Rennen von unerfahrenen Laufanfängern geschlagen. Wie kann das sein?

Muskeln

Die Aufteilung Muskelfasern entscheidet, ob man mehr Talent zum Ausdauerlauf oder Sprint hat.
(Bildquelle)

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Nicht nur Trainingsfleiß und Knowhow machen den Unterschied. Auch die Gewichtung von roten und weißen Muskelfasern entscheidet maßgeblich über das individuelle Lauftalent. Sie legen die persönlichen Grenzen fest. Dies kann für den einen die 4-Stundengrenze sein, während andere Läufer mit ähnlichem Aufwand die drei Stunden locker überbieten.
Man unterscheidet zwei Arten von Muskelfasern nach ihrem Myoglobingehalt. Myoglobin ist ein Protein, das die Fähigkeit besitzt, Sauerstoff zu binden.

Rote Fasern

Die roten Fasern (auch Typ I, Slow-Twitch, ST-Fasern, langsam zuckende oder dunkle Fasern genannt) haben viel Myoglobin, ermüden sehr langsam und ermöglichen die Ausdauerleistung. Sie sind mit feinen Kapillaren durchzogen und gewinnen die benötigte Energie mit Hilfe von Sauerstoff aus dem Blut. Marathonläufer sind eher feingliedrige Sportler.

Weiße Fasern

Währenddessen sind die mit wenig Myoglobin ausgestatteten weißen Fasern (auch Typ II, Fast Twitch, FT-Fasern, schnell zuckende oder helle Fasern genannt) auf schnelle Kontraktion spezialisiert. Sie wandeln Glykogen in Bewegungsenergie um, was zu Milchsäureproduktion und zunehmender Ermüdung führt. Sprinter tragen oft große Muskelpakete mit sich.

Wie sich das ganze im Training auswirkt

Bei jedem Training sind immer beide Muskelfaserarten aktiv. Je nach Anforderung wird aber die eine oder andere Muskelfaserart mehr beansprucht. Der Anteil der Muskelfasern ist angeboren und kann durch Training nicht entscheidend verändert werden. Durch nachhaltiges Training werden die Unterschiede gerade bei Spitzensportlern mit einer entsprechenden Begünstigung der einen oder anderen Fasern offensichtlich. Während Sprinter große Muskelpakete mit sich tragen, sind Marathonläufer eher feingliedrig.

Normal „ist eine Gleichverteilung von 50 zu 50 Prozent. Damit kann man den Marathon in drei bis dreieinhalb Stunden laufen“, so Prof. Hans-Herman Dickhuth von der Uniklinik Freiburg in der Runner’s World 01/2009. Manche Athleten haben 80 Prozent langsam kontrahierende Muskelfasern. „Dazu gehören zum Beispiel die, die erst über 50 mit dem Lauftraining anfangen und dann den Marathon noch unter 2:30 Stunden laufen.“

Voreilige Schlüsse und Erklärung der eigenen unzureichenden Laufergebnisse mit den Genen sind jedoch nur bei den wenigsten angebracht. Nur Athleten, die jahrelang unter Profibedingungen trainieren, werden wirklich die eigenen Grenzen erfahren. Für alle anderen ambitionierten Hobbyläufer liegt ein großes Verbesserungspotential in der Optimierung des Trainings. Ein Blick in ein gutes Laufbuch, der Rat eines erfahrenen Trainers und die regelmäßige Überprüfung der Fortschritte mittels Leistungsdiagnostik mit Laktatmessung sind probate Mittel der Leistungssteigerung.

Viel Freude und Erfolg beim Laufen wünscht

Andreas Butz von  www.laufcampus.com

E-Mail an Andreas Butz

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