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Bieler Lauftagebuch von Jochen Brosig
Teil 1 November bis Dezember 2005

Jochen Brosig plant 2006 erstmals bei den 100 km von Biel teilzunehmen. Bereits für die lange Vorbereitungsphase führt er dazu ein für den Leser interessantes und auch mal amüsantes Lauftagebuch.

Autor:  Jochen Brosig

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Teil 1 – November bis Dezember

„Die 100 KM von Biel – Ich war dabei!“, das wollte ich auch einmal sagen. Die Idee, die 100 KM von Biel zu laufen, kam mir in der Euphorie nach meiner Teilnahme beim Rennsteiglauf 2003.
Wäre ich Single und kein Familienvater gewesen, hätte ich damals meine Idee vom „verrückten Dreier“ mit Rennsteig, Biel und Swiss Alpine K78 in einem Jahr verwirklicht. Aber das konnte ich meiner Familie nicht antun. Also muss ich die Wettbewerbe nacheinander angehen. Doch Biel geisterte mir die ganzen Jahre im Kopf herum. Inzwischen war ich diverse Marathons mit unterschiedlichen Erfolgen oder Landschaftsmarathons gelaufen. Das Trainingslager in Kärnten ist seit der Rennsteigvorbereitung zum Standard geworden. Zuletzt lief ich in München: da stimmte einfach alles. Und dann taucht wieder die altbekannte Frage auf:

„Was kommt jetzt?“ „Was machst´n als Nächstes?“ „Was ist dein Ziel?“

Hier noch Mal meine Ausführungen zu diesem Thema:
„Nur noch für die Fitness laufen, keine Wettkämpfe mehr, dazwischen ein paar Spaßläufchen? Nein! Der Vorteil des reinen Spaßläufers liegt darin, dass man, wenn es mal so ein richtiges Sauwetter hat, einfach zu Hause auf der Couch sitzen bleiben kann. Oder es geht einem nicht so gut, oder man hatte auf der Arbeit viel Stress, oder die Frau braucht einen Diplom-Müllträger-Bilderaufhänger-Kelleraufräumer oder, oder, oder, oder ....
Nein, nichts für mich: Der Spaßläufer wird zum Nichtläufer.“ Erinnert Ihr Euch noch? Und damit genau das nicht passiert, habe ich mich also entschlossen, 2006 die 100 KM von Biel zu laufen. Mein zweiter Ultralauf.

Jetzt werden viele meiner Team-Bittel-Freunde aufschreien: „Das ist doch genau entgegen gesetzt zu der Idee des Team-Bittel!“ Nein, ist es eben nicht! Denn wer sich bei Wind und Wetter draußen bewegen will (das Tempo spielt dabei keine Rolle), braucht eben eine gesunde Portion Ehrgeiz, um die Faulheit oder den Schlendrian zu überwinden. Lauft zum Spaß und mit einem Lächeln, werdet aber nicht zum reinen Spaßläufer!

Mein Training startete am 1.November. Ganz locker an die Sache ran gehen. Ein paar lange Läufe 2-3-mal die Woche. Da ist es auch nicht so wichtig, wenn ich mal 1 Woche krank bin, so geschehen Ende November. Auch war der Entschluss in Biel zu starten zu dieser Zeit noch nicht felsenfest. Ich überlegte noch. Doch Anfang Dezember stand es fest. Ich werde starten, aber nur wenn ich vollkommen gesund bin. Das heißt ich werde mich in Biel nachmelden. Mein erster Trainingstag speziell für Biel war Freitag der 16. Dezember. „Ich werde heute Abend noch laufen!“, sagte ich beiläufig zu Gudrun. Sie schenkte dem keine weitere Beachtung. Erst als ich mich kurz vor 22.00 Uhr anzog, wurde sie stutzig. Sie verdrehte die Augen und zum Abschied zeigte sie mir den Vogel, aber ich war schon verschwunden. Punkt zehn startete ich meine Polar.

Tonight, i lose my head
Tonight, i´ve got to get – tonight
Monday i have Friday on my mind

Ich kam mir vor wie an meinem ersten Lauftag, damals am 7.02.2000 um 5 Uhr früh. Verstohlen guckte ich nach links und rechts, ob mich jemand beobachtete. Nach der ersten Überwindung ging es ganz gut. Ich hatte mir nämlich einen tollen Tag für mein Unterfangen ausgesucht. Starker Wind blies mir um die Ohren, Regen und teilweise Graupel bei Null Grad. So laufe ich meine ersten 12 KM in Richtung Biel. Wenn es Familie und Beruf zulässt, will ich diese Freitagstrainingseinheit konsequent durchführen. Denn in Biel wird um 22.00 Uhr gestartet und die Nacht durchgelaufen. Von Freitag zu Freitag will ich dann die Streckenlänge steigern. Aber jetzt weht mir erst einmal der Wind ins Gesicht, die ersten Schneeflocken fliegen mir in die Augen. Es ist alles so weit weg.

Am Tag danach erfahre ich, dass ich nicht der Einzige mit Biel-Ambitionen bin. Hans-Dietrich erzählt mir auf unserer Jahresabschlussfeier, dass auch er in Biel starten will. Na dann, viel Erfolg! Du weißt was Du tust? Ja! Dann ist alles in Ordnung! Bleib verletzungsfrei und ab nach Biel! Bei meiner zweiten Freitagstrainingseinheit war das Wetter nicht viel besser. O.k., es schneite nicht und es lag kein Schnee. Aber ansonsten muss sich ein jeder bei so einem Sauwetter fragen lassen: „Was machst Du Idiot hier draußen?“ Vor allem, weil sich Dein Körper schon aufs Bett freut. Klar, 40 Jahre Gewohnheiten hinterlassen Ihre Spuren. Das ist wie, wenn ich Euch sage, Ihr müsst ab morgen rückwärts gehen. Am Ende von meinen 14 KM sendet mein Kreislauf ein paar Signale: „Mach Schluss für heute. Es reicht!“ „Aber gerne“, antworte ich und am Mittwoch vor Sylvester setze ich mit 18 KM noch einen drauf. Halb zwölf komme ich zurück. Das Wetter? Wie wohl, Schnee und Eis bei Minus 3 Grad. Und es schneit und schneit… Ich habe mir überlegt, wenn ich das erste Mal bis nach Mitternacht laufe, kippe ich zum Abschluss noch einen Piccolo.

Ja, ja, die Vorbereitung wird wie der Lauf selbst, knüppelhart. Das heißt vor allem wieder Kilometer sammeln, wenn möglich im hügeligen Gelände. Eines verspreche ich Euch jetzt schon wieder: Es wird natürlich schonungslos berichtet. Alle Höhen und Tiefen, der Kampf um Kilometer und die Schlacht gegen Ritter Sport Alpenvollmilch und Nougat-Ostereier. Freut Euch wieder über meine Erfolge und Misserfolge, je nachdem, wie Ihr mich leiden könnt. Alles in Technicolor mit Dolby Surround und in THX!

Run happy!

Jochen Brosig

Röttenbach, den 6. Januar 2006

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Zum Teil 2 Januar bis Februar 2006

 

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