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Dolomiten
Radmarathon am 2. Juli 2006 - Bericht von Jürgen Sinthofen

20. Marathon dles Dolomites am 2. Juli 2006 - Teil 2
Ein Läufer beim Radmarathon in den Dolomiten.

Autor:  Jürgen Sinthofen

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Weitere Laufberichte

Dolomiten Radmarathon 2006

Auf dem Passo Giau in 2236 m Höhe beim Dolomiten Radmarathon

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Nach der Abfahrt ging es gleich wieder über 5,8km und 4,3% Steigung auf den 2.121m hohen Passo Gardena. Bergab rollte es sich wie von alleine auf traumhafter Strecke 9km hinunter nach Corvara. Hier teilte sich das Feld im aufwändigen Zielbereich für die 55km Fahrer der Sellarunde und uns, die sich mehr vorgenommen hatten. Ich war mit einer Stunde Zeitüberschuss zur Cutoffzeit eingelaufen und es ging guten Mutes zum zweiten mal den Campolongo hinauf, wo wir oben mit einer sehr guten Jausenstation belohnt wurden.

Dolomiten Radmarathon 2006

Die Sellarunde ist geschafft

Dolomiten Radmarathon 2006

Verpflegung auf dem Campolongo

Nach der Abfahrt fuhren wir nun links weiter nach Cernadoi bei km 76, wo sich das Feld wieder aufteilte. Ich fuhr rechts weiter zum Passo Giau, welchen mir Markus, der das Rennen schon einmal gefahren war, so schilderte: „Jürgen du weißt ja, alle Pässe in Italien sind sehr moderat in der Steigung, die Italiener bauen lieber eine Tornante (Serpentine) oder Tunnel mehr, als das es zu steil würde. Nur der Giau ist etwas schwieriger, hier gibt es über ein längeres Stück eine 9%ige Steigung. Aber das schaffst du schon“. Soweit Markus, und jetzt ich: Das Schild in flimmernder Hitze sagte 10,6km Länge, 898m Höhenunterschied, Steigung 9,3% und eine Verpflegungsstation auf 2.236m.

Dolomiten Radmarathon 2006

Carabinieri bei der Abzweigung für die 138km Runde

Dolomiten Radmarathon 2006

Der harte Brocken wird avisiert

Wir fuhren zuerst ein paar schön übersichtlich lange Abschnitte immer geradeaus und immer steil bergan. Ich war auf dem vorletzten Ritzel und blies auf dem letzten Loch. Aber alle radelten. Also ich auch. absteigen und schieben ist nichts für uns! Immer weiter, dann ein Schild, 29 Tornantes, also zählte ich die nun folgenden Serpentinen. Es gab kaum Schatten, und ich quälte mich mit eisernem Willen hoch. Nach über der Hälfte der Strecke hinauf sah ich doch einen schieben. Bis ganz hoch, ich brauchte 1Std 21min (7,84km/h Schnitt), sah ich wenige weitere, die schoben oder sich kurz ausruhten. Mir ging durch den Kopf, dass ich mich so etwa am Ende des zweiten Drittels des Feldes befand, und dass bei einem Laufmarathon an leichten Steigungen (zumal bei der Hitze), wohl schon viele mehr gehen würden. Es lag für mich nahe zu schließen, dass die Radfahrer, zumindest die, welche mit mir den langen Kanten fuhren echt fit waren und wussten was sie taten. Oder sind die Radfahrer einfach disziplinierter und beißen sich mehr durch als Läufer? Bei diesen Gedanken und der nun freien Sicht auf die Passhöhe, ging es doch wieder flotter weiter. Ab und zu musste ich aus dem Sattel, aber eigentlich nicht wegen nachlassender Kräfte, sondern um den Rücken etwas zu entlasten. Ansonsten ist der Trick, immer mit konstantem Puls und eher kleiner Übersetzung und möglichst hoher Trittfrequenz zu fahren. Nach einer guten Verpflegungspause, wobei, länger als vielleicht 5 Minuten habe ich mich nie aufgehalten, ging es wieder 10km zu Tal.

Dolomiten Radmarathon 2006

Auf dem Passo Giau in 2236 m Höhe

Dolomiten Radmarathon 2006

Eine super Abfahrt

Jetzt wartete die letzte Herausforderung, den Falzarego in 2.117m Höhe, der mit einer leichten Steigung von 5,8% über 10km inzwischen als leicht eingestuft werden konnte. Aber die Beine wurden langsam schwer, ich arbeitete mich aber dennoch anständig voran und konnte oben die letzte Verpflegung genießen. Von den Fahren, welche die 108km gefahren sind, war nichts mehr zu sehen. Die waren alle schon von der anderen Seite kommend, durch. Nun ging es rechts nochmal 1km bergauf zum Passo Valparola, vorbei an einem alten Bergfestung aus dem 1. Weltkrieg über Kassians zurück nach La Villa.

Dolomiten Radmarathon 2006

Letzte Verpflegung auf dem Falzarego

Dolomiten Radmarathon 2006

Abfahrt nach Kassians

Diese letzte lange Abfahrt war ein Genuss, man musste nur aufpassen, denn es lagen wie auch schon an anderen Streckenabschnitten, einige verlorene Satteltaschen auf der Strecke. Da hat wohl ein Hersteller nicht ganz so stabile Klettverschlüsse geliefert. Hoffentlich haben die Pechvögel, welche diese verloren hatten, nicht ihre Autoschlüssel darin. Ich benutze immer meine Tasche vom Ironman aus Südafrika und habe den Schlüssel darin, also fragt nicht, wie oft ich kontrolliert habe, ob die Tasche noch unter meinem Hintern hängt. Vor mir war in einer Linkskurve ein Mitfahrer gestürzt, es sah aber nicht schlimm aus. Gestürzte habe ich ein paar gesehen, aber es ist wohl nichts ernsthaftes passiert. Einige Mitstreiter hatten auch Pech mit der Dichtigkeit ihrer Reifen, einige mussten hier ihr handwerkliches Geschick vor den Augen der vorbeisausenden Mitbewerber beweisen. Viele haben diese Demonstration damit beendet, den defekten Schlauch einfach liegen zu lassen. Na ja, wer weiß, was Läufer machen würden, hätten sie in ihrem Bergmarathon etwas auszuwechseln hätten. Kurz vor Kassians überholte ich einen Pechvogel, dessen Kette gerissen war und der sein Rad im Dauerlauf schob, um auf Bergabpassagen mit Schwung aufs Rad zu springen und sich aerodynamisch wie ein Silberpfeil auf seinem ferrariroten Rad jedes Gefälle bis zum ca. 14km entfernten Ziel zu nutzen. Hätte ihm das Malheur nicht früher passieren können? Dann wäre er an einer der zahlreichen Stationen vorbeigekommen, wo Radmechaniker mit Ersatzteilen hätten helfen können. Die Strecke von La Villa zum Ziel nach Corvara kannten wir ja schon vom Start am frühen morgen, und so waren die letzten Kilometer zum Ziel ein Schaulauf!

Dolomiten Radmarathon 2006

Im Ziel

Der Empfang im Zielbereich war ohne viel Stimmung. Die vereinzelten Zuschauer erwarteten wohl nur noch ihre Angehörigen. Na ja, dachte ich, wenn man erst nach 8Std.21min am Anfang des letzten Viertels der Finisher der langen Strecke ins Ziel kommt, sind die Leute vielleicht auch schon des Klatschens müde. Ist aber doch für den Sportler, jedenfalls für mich leicht frustrierend, da so ein Applaus nach solch Heldentat (so fühlte ich mich jedenfalls) doch ganz gut tut. Wie geht es da wohl Marathonläufern im Bereich von über 4Std?

Im Ziel wurde der Chip von der Startnummer am Rad abgenommen und man erhielt dafür im Gegenzug seine 10,-Euro Pfand und einen Pin oder aber anstatt des Geldes eine Schirmmütze mit dem Motiv der Veranstaltung. Fragt nicht, wie viele Mützen so noch für den guten Zweck verkauft wurden, aber da ich noch auf Markus im Zielbereich warten musste, habe ich das mal ein wenig beobachtet und kam zu dem Ergebnis, dass über die Hälfte die Mütze genommen haben! Hört Ihr’s trapsen, Ihr Laufveranstalter?

Dolomiten Radmarathon 2006

Schirmmütze oder Geld?

Nach ein paar Energiedrinks kam auch Markus ins Ziel. Wir trafen auch seine beiden Freunde wieder, welche die 108km fahren wollten, aber wegen Zeitüberschreitung um 2 Minuten bereits nach der Sellarunde ihr Rennen beenden mussten. In der Eissporthalle, wo die Bewirtung aufgebaut war, haben wir unsere Gutscheine für Essen und Trinken verballert, um uns dann auf den langen Heimweg im Auto zu machen.

Dolomiten Radmarathon 2006

Geschafft


Dolomiten Radmarathon 2006

Stärkung in der Eissporthalle

Insgesamt war der Wettkampf im Vergleich zu manch großem (Stadt) Marathon mit 53,- Euro vergleichsweise preiswert für den gebotenen organisatorischen Aufwand, der Verpflegung und der Beigaben. Dies liegt wohl auch daran, dass für die „Königin der Radmarathone“ viele potente Sponsoren gebunden werden können, wozu sicherlich auch die mit drei Hubschraubern gewährleiste 4 stündige Liveübertragung im italienischen Fernsehen beitrug.
Die Anmeldung und auch der Ergebnisservice klappte reibungslos (jedenfalls wenn man einen Internetanschluss zur Verfügung hat). Am nächsten Morgen hatte man sein Ergebnis E-Mail mit u.a. seiner Gesamtzeit, Wertung gesamt und in der Altersklasse, den Zeiten für verschiedene Pässe inklusive Wertung hierfür gesamt und in der AK, sowie funktionierende Links zur Ergebnisliste, Urkundenausdruck, etc. Also ein Event, welchen man jederzeit besten Gewissens empfehlen kann.

Wir waren ganz schön kaputt, waren aber beide von dem Rennen, der Landschaft und unserem Durchhaltewillen bei diesen harten Anforderungen begeistert. Ich empfand das Rennen, welches auch nicht länger als der Sachsenman Triathlon oder mein 100km Lauf in Hanau Rodenbach dieses Jahr gedauert hat, als wesentlich härter. Aber vielleicht liegt das daran, dass ich doch ein Läufer bin.

Aber dennoch, heute, wo ich diese Zeilen schreibe, denke ich schon wieder über weitere Radmarathons nach. In unserer Zeitung stand heute ein Artikel über einige unserer Bamberger Triathleten, welche den Drei-Länder-Giro gemeistert haben. Also, warum nicht etwas mehr in diese Szene eintauchen? Die Gelenke werden es einem danken, wenn man etwas mehr Radtraining alternativ zum reinen Lauftraining machen würde, wobei ein Crosstraining (z.B. 40km Rad in 1Std.10min und dann 10km in 55mim Laufen) auch sehr zu empfehlen ist. Und zwar nicht nur wegen des erweiterten Trainingsradius und wegen der Chance Leute aus der Radszene kennenzulernen, sondern hiermit vielleicht sogar den Einstieg in den Duathlon oder auch Triathlon zu finden (so nass ist das Wasser auch nicht). Was mich als recht guten Läufer auch erstaunt hatte, waren die relativ vielen älteren Herren und auch Damen welche, zumindest die kürzen Strecken, sehr engagiert mitgefahren sind.
Auf der Strecke sah man hauptsächlich tolle, teure Rennräder, aber auch weitere Mountainbikes, ein Liegerad, ein Handrolli und sogar einen einbeinigen Athleten mit Rennrad. Einige fuhren auch mit Tribars am Lenker, wobei, eigentlich konnte man mit jedem Rad starten, dies lag voll und ganz in der Verantwortung des Einzelnen. Und das ist auch gut so, denn meine Frau hat das Budget für meinen neuen heißen Renner noch nicht anderweitig verplant!

Informationen und Links

Sieger auf der langen Strecke wurde zum vierten mal in Folge der Italiener Emanuele Negrini in 4Std.23Min!!, bei den Frauen gewann Barbara Lancioni in 5Std.19Min.

Weitere Ergebnisse unter http://services.datasport.com/2006/velo/maradolo/ 

Informationen und Bilder zum Rennen unter http://www.maratona.it/

Teil 1 ==>

 

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