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laufspass.com -  Nemea – Olympia Lauf vom 28.05. – 29.05.2010 - 180,1 km und 3.780 Höhenmeter in maximal 28 Stunden - Ein Laufbericht von Edgar Mücke

Teil 2

E-Mail an Edgar

Weitere Laufberichte

Nemea Olympia 2010
Zieleinlauf beim Nemea - Olympialauf 2010

Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel
 
Nemea Olympia 2010
Quizfrage: Wem gehört diese Hose?
Nemea Olympia 2010
Wein so weit das Auge reicht. Und was trinken wir?? Wasser!!
Es ging hinauf zum Bergdorf Levidi, wo jeder Einwohner am CP den Abend verbrachte. Ich zog mich dort um: ¾ Hose und langes Shirt. Nach einer Pause lief ich mit Heike Pawzik und Michael Eilers, der mich wieder einholte, den Berg auf 1250 m Höhe hinauf. Es war ein “Dirt Truck“, der einfach nicht enden wollte. Meine Lampe leuchtete besser als Heikes, also machte ich die „Leuchtfront“. Oben angekommen lief ich alleine in hohem Tempo wieder eine lange „Abfahrt“ auf einer Teerstraße. Ich war selbst über mich überrascht, wie schnell ich abwärts lief. Hier überholte ich sehr viele Läufer.
Unten angekommen wartete Andrea bereits auf mich. Kristina schlief im Auto. Andrea war hundemüde. Nach kurzem Halt ging es weiter und wieder irgendwann einmal bergauf. Schier endlos erschien der nächste CP. Die Bergdörfer waren trotz Nacht, aber bei Vollmond, atemberaubend schön, die Menschen in den Orten unheimlich freundlich und nett.
Nemea Olympia 2010
Über diese Berge musst du laufen! Na, dann...
Nemea Olympia 2010
Effie und eine griechische Joan Collins
Nemea Olympia 2010
Jan und Antje
Nemea Olympia 2010
Griechische Taverne - Fototermin
Nemea Olympia 2010
Edgar, bald wird's Nacht!
In den Morgen hinein folgte ein fast 20 km langes Stück aus wenig Teer aber viel „Dirt Truck“! Unterwegs holte mich der nette Grieche wieder ein und erzählte mir, dass jeder Läufer, der den nächsten CP rechtzeitig erreicht, eine halbe Stunde Zeitgutschrift erhält. Das war bei Kilometer 124,4! Dort angekommen hatte ich das Gefühl, als hätte ich lauter kleine Steine in meinen Schuhen. Das traf auch zu, außerdem hatte ich mir im rechten Fuß eine Blase gelaufen. Kompressionsstrümpfe und Schuhe hatte ich noch nicht gewechselt, was ich auch nicht vor hatte. Ich konnte dies auch nicht mehr tun, weil der CP wo die Sachen lagen, bereits hinter mir lag. Also hieß die Parole: „Ignorieren und weiter kämpfen!“ Gegen 7.00 Uhr am Morgen war es bereits so heiß, dass ich mich mitten auf einer Straße umzog: kurze Hose, kurzes T-Shirt. Ich trank soviel ich konnte. Ach ja, das Trinksystem im Rucksack hat mich sehr genervt, denn es pendelte hin und her und außerdem war es für mich unheimlich schwierig am Mundstück zu saugen. Leider habe ich es nicht vorher ausprobiert, ein schwerer Fehler! Ich ließ es bleiben und nahm dafür an jedem CP 2-3 Flaschen Wasser mit. Vor lauter Ärger über das Trinksystem vergaß ich das Wasser im Beutel zu leeren und lief bis Doxa (5 oder 6 CPs vor dem Ziel) mit 1 l Wasser Zusatzgewicht durch den Peloponnes - wie blöd!
In Doxa angekommen, ich hatte mittlerweile am linken Fuß auch eine kleine Blase, meinte Andrea zu mir: “Den schlappen Marathon schaffst du jetzt auch noch!“ Es waren noch 44 km zu laufen. Das Ziel hatte ich vor Müdigkeit, Blasen, etc. vergessen, aber jetzt war es schon fast in Sichtweite!!!
Nemea Olympia 2010
Sonnenaufgang
Von Doxa bis Koklama lief ich ohne Rucksack, Andrea nahm ihn mit. Die Strecken waren 3,3 km, 5,9 km und 5,2 km lang. Wir wollten uns in Koklama wieder treffen. Die Hitze nahm zu. Am Nachmittag hatte es 40 Grad.
Kurz nach Doxa bemerkte ich, dass ich das Klopapier im Rucksack hatte. Ach ja, die Plastiktüten für die Flussüberquerung waren auch im Rucksack. Dumm gelaufen!
Beim nächsten CP ging es gleich auf die Toilette, wo ich mich mit Klopapier eindeckte, somit war mein 1. Problem gelöst. Vor der nächsten Etappe nach Kastraki trank ich am CP sehr viel, denn ich hatte für die 5,9 km nur die 0,5 l Wasserflasche bei mir. In Kastraki gab es dann zu meiner Verwunderung kleine Müllbeutel für den Flussweg. Genau genommen waren es drei kleine Flüsse. 2 waren 5-10 cm tief, der letzte 30-40 cm. Ich kam zum Flussbett. Im Winter muss der Fluss sehr breit sein. Vor mir lief ein Franzose, der lief ohne Plastiktüten durch die drei Flussläufe. Ich folgte, ohne mir eine überzustülpen. Das kühle Wasser war für meine heißen Füße sehr angenehm. Der 3. Fluss war deutlich tiefer, aber ich lief durch. Danach ging ich mit dem Franzosen zum CP Koklama. Es war erstaunlich, wie schnell die Socken und die Schuhe trocken wurden. Meine Angst, dass sich die Kompressionsstrümpfe wegen der Nässe beim Trocknen zusammen ziehen würden, bewahrheitete sich nicht. In Koklama wurde ich von Andrea und Kristina erwartet. Ich hörte immer wieder, dass Läufer aufgaben bzw. mit Kreislaufkollaps umfielen. Ich entschloss mich daher, soviel Wasser zu trinken, wie ich nur konnte auch wenn ich keinen Durst und Lust hatte. Bewaffnet mit Trinkflaschen im Rucksack ging es auf den „Dirt Truck“ nach Aspra Spitia. Die Blasen links und rechts schmerzten bei jedem Schritt auf einen Stein. Es waren unglaublich lange 9,5 km zum CP. Bevor dieser zu erreichen war, musste erst einmal am Friedhof vorbeigelaufen werden.
In Aspra Spirtia empfing mich Andrea mit 2 „Wichtigkeiten“. 1. Ein Franzose bekam am CP kurz vorher einen Kollaps und liegt dort, wird aber ärztlich behandelt. Zum 2. ärgerte sich Andrea über einen griechischen Läufer, der scheinbar auf der gesamten Strecke der Liebling des Orga-Teams war und ist. Lange vor den CPs wird er in Empfang genommen, „behuddelt“ und „betuttelt“! Dies war nach Reglement verboten. Originalton Andrea:
“Wenn es ginge, würden sie ihm noch die Orangen vorkauen!“ (Weitere Bemerkungen sind nicht stubenrein!) Auftrag von Andrea: “Tu mir einen Gefallen und komm vor dem Läufer ins Ziel!“ Gesagt, getan!
Dann der letzte „Dirt Truck“ nach Mouria. Ich war keine 500 m im Truck, lag auf der linken Seite eine kleine Französin, völlig entkräftet und „käseweiß“ am Wegrand. Der Anblick war nicht gerade aufbauend. Zwei ihrer französischen Begleiter versorgten sie und sagten zu mir und einen jungen griechischen Läufer, der ebenfalls anwesend war, dass wir weiterlaufen sollen.
Kurz danach lief ein Rinnsal quer über den Weg auf dem sich Tausende von Bienen niedergelassen hatten. Wir, der Grieche und ich, sahen uns entsetzt an und quälten uns außen herum, was nicht ganz leicht war. Dann kam es knüppelhart. Wir mussten eine Stelle durchlaufen, die mit Disteln übersät war. Der Weg verlief anders als bei früheren Rennen. Für die bergauf führende Distel- und Gestrüppstrecke gab es angeblich 3 Punkte für den UMTB. Die Disteln waren alle in Gürtelhöhe und im Gestrüpp hat es bestimmt vor Schlangen nur so gewimmelt. „Willst du ans Ziel, dann musst du durch!“ Also auf und durch. Ich rannte voraus und der junge Grieche immer hinter mir her. Wenn man 2 „heilige“ oder antike Orte miteinander verbindet, muss man wohl kurz vor Ziel noch eine qualvolle Aufgabe lösen. Hatte Odysseus nicht auch noch ein Problem zu lösen, als er in Ithaka ankam?
Nach dem Gestrüpp ging es durch ein endloses, schattenloses und glühend heißes Tal. Ich trank und lief. Der Ärger über die Disteln und das Gestrüpp etc. ließ meine Schmerzen der beiden Blasen vergessen. Ach ja, in Mouria könnte ich meinen Rucksack abgeben, um die letzten 7,3 km auf der Teerstraße etwas „leichter“ ins Ziel zu kommen, aber ich hatte mit Andrea vereinbart, dass sie mich am Ziel direkt einfangen soll. Also nichts war es mit „leichter und ablegen“! Der Rucksack musste am Rücken bleiben.
Nach 2,3 km kam der letzte CP vor dem Ziel: Linara. Jetzt noch 5 km bis Olympia. Es war brütend heiß. Ich lief weiterhin sehr kontrolliert.
Autos fuhren vorbei, die Insassen klatschten Beifall, ein Gänsehautgefühl stellte sich ein. Zwischen 3 und 4 km vor dem Ziel holte ich Karl Z. ein. Ich sagte zu ihm, dass ich mit ihm ins Ziel laufen möchte, denn schließlich sind wir beide auch in Nemea gemeinsam aus dem Stadion gegangen. Er war dagegen und meinte, dass ich gut drauf sei und einfach weiter laufen soll. Also lief ich alleine nach Olympia und genoss innerlich überglücklich und zufrieden die letzten Kilometer.
Nemea Olympia 2010
Zieleinlauf Olympia: Edgar
Nach 26 Stunden 40 Minuten und 18 Sekunden lief ich durchs Ziel in Olympia. Von den 81 gemeldeten Startern kamen 40 ans Ziel, Eine derart hohe Ausfallquote gab es in den vorangegangenen Veranstaltungen nicht.
Nemea Olympia 2010
Michael und Edgar mit dem Olivenkranz der Finisher
Nemea Olympia 2010
Siegerehrung
Nemea Olympia 2010
Am Tag danach in Olympia: am Startplatz im olympischen Stadion
Jan Prochaska (LG Nord Berlin) gewann das Rennen in hervorragenden 18 Stunden und 34 Minuten. Drei Stunden vor dem Spanier Bochons. Eine Ultra-Leistung! Einfach Klasse!!!
Nemea Olympia 2010
Der strahlende Sieger des Laufs am Tag danach
Nachwort:

Beim Start und während der ersten 40 km wünschten uns die Griechen „Kalo Taxidi!“, was „Gute Reise!“ heißt, mir wurde da klar, was dieser Gruß eigentlich bedeutet bzw. was wir uns da auf uns genommen haben. (Wie weit kommt man eigentlich mit einem Auto innerhalb von 28 Stunden?)

Sehr bitter war die Abschlussveranstaltung für die Läufer, die den Lauf nicht beendeten, egal an welchem Streckenpunkt sie ausstiegen. Sie wurden bei der Siegerehrung nicht einmal erwähnt. Das Leben ist hart, der Sport ist härter!

Die Unterkunft und das Essen vor und nach dem Lauf waren hervorragend und erstklassig. Die Verpflegung während des Laufes war sehr gut. Die Griechen bemühten sich an den CPs, alles Mögliche für die Läufer anzubieten. Das Einzige, was mir wirklich fehlte war ein alkoholfreies Bier und/oder Weißbier.

Ich ernährte mich auf der gesamten Strecke von Suppe und Bananen. Ansonsten trank ich zwischendurch Cola und Unmengen an Wasser.

Auf meine Schuhe (Brooks – Adrenaline) und meine Kompressionsstrümpfe (CEP) konnte ich mich verlassen, denn außer den beschriebenen Blasen hatte ich während und nach dem Lauf keinerlei Krämpfe.

Obwohl der Spartathlon länger ist, sagten viele Läufer, die ihn gelaufen sind, dass Nemea-Olympia viel schwieriger sei, denn der Spartathlon hat bei weitem nicht so viele Höhenmeter.

Für mich war es ein einzigartiges Erlebnis, 180 km und 100 m Weg mit 3.780 Höhenmetern zu bewältigen. Der herrliche Vollmond und die wunderbare Landschaft waren gratis.

Vielen Dank an meine beiden wunderbaren Frauen, die mich so toll unterstützten:
Andrea und Kristina!

<== Teil 1

Links

Website des Veranstalters: http://nemeaolympiarace.free.fr/

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