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Brixen-Marathon am 02.07.2011 - Laufbericht von Thomas Keller

Teil 3

Autor: Thomas Keller

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Brixen-Marathon 2011

Dem Gipfel entgegen beim Brixen Marathon 2011

Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel

Brixen-Marathon 2011

Brixen-Marathon 2011

Dieter wartet schon auf uns. Ich sag ihm, dass mir Andrea heute zu langsam ist und laufe weiter. Jetzt kommt der gebirgige Abschnitt der Strecke. Es gibt wunderschöne „Aussichten“, aber ich konzentriere mich doch besser auf den Weg…

Brixen-Marathon 2011

Brixen-Marathon 2011

Seit einer halben Stunde prüfe ich schon die Uhrzeit und rechne mir aus, dass das mit den 6 Stunden nur klappen wird, wenn ich im Schnitt 10 Minuten pro Kilometer brauche. Das wird jetzt immer schwerer einzuhalten. Es geht zwar auch ab und zu eben dahin, aber der Weg ist so schmal und uneben, dass an schnelles Laufen nicht zu denken ist. Außerdem werde ich nun doch etwas müde und die Höhenluft macht mich auch nicht schneller. Der eine oder andere Stolperer ist auch schon dabei, aber ich kann mich immer wieder fangen. Ich weiß, dass der Weg ab Kilometer 39 supersteil wird und versuche, zumindest bis dorthin einen kleinen Vorsprung heraus zu laufen. Nach 5:22 Stunden bin ich dort, noch 38 Minuten Zeit für die letzten 3 Kilometer. Ich schütte noch mal Cola und Wasser in mich hinein. Ein Schild fordert mich auf, auch mal zurück zu schauen und der Blick ist wirklich überwältigend. Mann, sind wir schon hoch!

Brixen-Marathon 2011

Brixen-Marathon 2011

Aber jetzt kommt das steilste Stück. Ein richtiger alpiner Weg mit großen Felsen, Geröll und Mooswiesen. An Laufen ist natürlich nicht mehr zu denken, das Gehen bereitet schon genug Mühe. Aber ich stelle fest, dass ich beim Gehen auch ganz schön flott sein kann und überhole noch mehrere Teilnehmer vor mir, immer das Gipfelkreuz im Blick. Auch eine Wanderin mit Stöcken hat keine Chance gegen mich. Mein Atem geht schwer und ich gebe wirklich alles.

Brixen-Marathon 2011

Brixen-Marathon 2011

Brixen-Marathon 2011

Brixen-Marathon 2011

Brixen-Marathon 2011

Am Kreuz gibt es noch mal Verpflegung. Die Südtiroler Bergwacht hat tatsächlich Wasser und Cola hier rauf geschleppt. Alle Achtung!

Aber was ist jetzt? Ich dachte, ab hier geht es relativ flach bis ins Ziel und hab mich deshalb auch ziemlich ausgepowert beim Hochgehen. Aber von wegen Gipfelkreuz. Nach einer ganz kurzen Flachpassage geht es noch mal genauso steil hoch. Puhhh, das wird nun doch nichts mehr mit den 6 Stunden, denn bei dieser Steigung brauche ich 14 Minuten pro Kilometer. Bei Kilometer 41,5 bin ich endlich ganz oben angekommen. Jetzt geht es tatsächlich nur noch flach bis ins Ziel. Noch 3 Minuten. Ich zwinge mich, noch mal flott zu laufen und schaffe es tatsächlich, beim Kilometerschild 42 nach genau 6:00 Stunden anzukommen. Aber der Marathon hat halt noch 195 Meter mehr und so komme ich erst nach 6:01:12 ins Ziel. Trotzdem bin ich super glücklich und jetzt auch wirklich total k.o. Laut meinem Höhenmesser waren es 2505 Höhenmeter bis hierher! Ich bekomme meine Medaille und mein Finisher-Shirt und hole mir erst mal 2 Becher Cola. Auf einer Bank sitzend komme ich langsam wieder zu Atem. Trotz schönen Wetters ist es ganz schön kalt hier oben, aber es werden auch Rettungsdecken verteilt. 8 Minuten nach mir kommt dann auch Andrea. Ihre Zeit: 6:09:23 – Respekt!

Brixen-Marathon 2011

Obwohl sie sich heute nicht so gut gefühlt hat, war sie fast genauso schnell wie ich. Auch sie ist fix und fertig und bekommt nicht mal mehr mit, dass ihr der Transponder-Chip von der Startnummer entfernt wird. Es dauert noch ein paar Minuten, bis sie Dieter trifft. Erschöpft fällt sie ihm um den Hals und kann auch die Tränen nicht mehr zurück halten. Ihr erster Bergmarathon. Super! Ihre Schwester und ihr Patenkind sind auch da. An der Bergstation der Kabinenbahn bei Kilometer 33,7 sind sie 3 Minuten zu spät angekommen und konnten so Andrea nicht mehr treffen, aber jetzt sind ja alle beisammen.

Auf der Plose-Berghütte kann man sogar duschen, was ich auch gleich nutze. Danach gibt es Pasta für alle Teilnehmer (und ein herrliches Hefeweizen für mich) und ein Kleinbus fährt uns vom Berg wieder runter zur Kabinenbahn, mit der wir weiter runter kommen. Alles im Preis dabei, ebenso wie die Pasta am Vortag – wirklich ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis!

Brixen-Marathon 2011

Brixen-Marathon 2011

Fazit

Das war wirklich ein gelungener Lauf und ich bin eigentlich ganz froh, dass mich Andrea dazu überredet hat, denn eigentlich wollte ich ja am 09.07.2011 den Zermatt-Marathon laufen. Aber da heiraten Andrea und Dieter und außerdem hat Zermatt nur 1950 Höhenmeter – lächerlich!

Dann noch die Platzierungen, obwohl die hier fast egal sind: Ich bin 169. Mann geworden und 29. meiner Altersklasse (es gibt also 28 alte Knochen, die noch schneller waren als ich – Wahnsinn). Andrea ist 30. Frau und 6. ihrer Altersklasse. Der Vorjahressieger, der Brixener Hermann Achmüller, hat seine Vorjahreszeit um 2 Minuten verbessert und ist in 3:35:40 als Erster ins Ziel gestürmt. Die beste Frau war die Südtirolerin Edeltraud Thaler mit 4:09:59. Der beste Mann in meiner Altersklasse war in 3:44:54, die beste Frau in Andreas Altersklasse in 5:18:17 im Ziel. Der letzte Teilnehmer war in 8:00:54 am Ziel. Nach 8 Stunden ist Zielschluss.

Ein super Lauf, engagierte Helfer, tolle Organisation, 20 Versorgungsstellen auf der Strecke, Pasta vor und nach dem Lauf, ein phantastisches Gebirgspanorama. Um es mit Klaus Duwe von marathon4you zu formulieren: wer hier nicht mitläuft, ist selbst schuld.

Teil 1 ==>

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