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Gondo Event am 06./07.08.2011 - 2 Marathons an 2 aufeinanderfolgenden Tagen in den Walliser Bergen - Ein Bildbericht von Thomas Keller

Teil 3

Autor:  Thomas Keller

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Gondo Event 2011
Freudensprung beim Gondo Event 2011

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2. Tag

Um 5:00 Uhr früh geht denn auch das Licht wieder an, ich war schon kurz vorher wach. Ich mach mich kurz frisch und geh dann erst mal raus, um mir das Wetter anzuschauen. Oje: es ist noch stockfinster und es regnet in Strömen. Na toll! Beim Frühstück ist Brigitte da und meint, zur Mittagszeit soll das Wetter besser werden. Wenn alle Stricke reißen, müsste der Lauf in Simplon-Dorf nach 28 km abgebrochen werden, wie es 2009 schon mal passiert ist. Wir hoffen natürlich alle, dass das nicht notwendig wird, auch wenn sich manch einer schon über die vielleicht kürzere Strecke freut…

Der Start verläuft heute früh in der Reihenfolge, wie der Zieleinlauf am Vortag war, das heißt, um 7:00 Uhr starten erst mal nur Martin Schmid und Lizzy Hawker. Martin hat den ersten Marathon in sagenhaften 3:35:15 bewältigt und ist auf dem Weg, einen neuen Streckenrekord aufzustellen. Lizzy kam nach ebenfalls unglaublichen 4:08:33 ins Ziel. Die nächstplatzierten Läufer sollen dann also in dem Abstand starten, in dem sie am Vortag eingelaufen sind, bis um 7:30 Uhr alle anderen Läufer (also wir „Normalos“) starten dürfen. Das wird deshalb so gemacht, damit am Schluss der zuerst einlaufende Läufer wirklich auch den Gesamtplatz 1 hat. Finde ich gut. Allerdings hat der zweite Mann bereits 23 Minuten Rückstand auf Martin Schmid, sodass beschlossen wird, dass er mit nur 13 Minuten Abstand starten darf. Mit den ersten darf auch der älteste Teilnehmer starten: der Schweizer Vinzenz Fischer. Er ist Jahrgang 1934 (!!), taubstumm und ist das 10. Mal dabei, hat also an jedem Gondo Event teilgenommen (das erste Mal mit 67 Jahren). Ich starte ja eine halbe Stunde später und hole ihn erst nach eineinhalb Stunden ein. 

Gondo Event 2011
Das Wetter ist grausig. Es regnet ohne Unterlass. Trotzdem habe ich nur mein leichtes Trikot an und verzichte auf die Jacke, denn es geht ja erst mal 13 km mehr oder weniger heftig bergauf und mein Körper ist bergauf ein Wärmekraftwerk.

Die Kamera bleibt heute bei Angela. Sie ist nicht wasserfest und ich möchte sie nicht kaputt machen. Für den heutigen Tag bin ich also auf Fremdmaterial angewiesen. Die Streckenführung ist der Wahnsinn! Es geht auf schmalen Waldwegen entlang, immer hart am Abhang, über Felsen und Wurzeln, zum Teil auf Graten, wo es links und rechts steil runter geht. Ich bin begeistert und merke den Regen gar nicht. Ich hab heute neue Schuhe an und keine Probleme mit dem Untergrund. Wir laufen unter der neuen und der alten Ganterbrücke durch. Über die neue Brücke verläuft in 200 Metern Höhe die Simplonpassstraße. Das ist ganz schön hoch!

Nur eine halbe Stunde später sind wir bereits auf Fahrbahnhöhe der neuen Brücke und stärken uns an der Versorgungsstelle. Die Strecke verläuft auf kurzen Abschnitten neben der Passstraße, wo ein eisiger Wind bläst und ich mir mehrmals überlege, doch die Jacke anzuziehen. Aber gestern hab ich sie ja auch nicht gebraucht und so laufe ich weiter. Es geht 3 km steil bergab und dann kommen die 4 km Aufstieg zum Simplonpass.

Eigentlich dachte ich, der zweite Tag würde einfacher werden, da das Streckenprofil aus mehreren An- und Abstiegen besteht (im Gegensatz zum ersten Tag, wo es nur einmal hoch und einmal runter ging). Tatsächlich ist es aber wesentlich schwerer, weil die Anstiege extrem steil sind und deshalb viel gegangen werden muss, was natürlich Zeit kostet (außerdem sind es 200 Höhenmeter mehr). Oliver, ein netter Schweizer, der schon mehrmals teilgenommen hat, zieht mich jetzt auf einem heftigen Bergpfad neben einem reißenden Bach zum Simplonpass hoch und verrät mir, dass man für den zweiten Tag mindestens eine halbe Stunde mehr einplanen muss. Aha, na ja, Zielschluss ist ja heute auch erst nach 9 Stunden… 
Gondo Event 2011
Gondo Event 2011
Gondo Event 2011
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Nach 3 Stunden ununterbrochenem Regen kommen wir auf dem Simplonpass an und schaffen damit wieder locker das Zeitlimit von viereinhalb Stunden. Knappe 18 km und 1400 Höhenmeter waren es bis hierhin. Es ist zwar alles pitschnass, aber der Regen hat aufgehört und nach der Versorgungsstelle haben wir ein herrliches Bergpanorama. Kerstin wartet auch schon auf mich. Neben mir läuft Sibylle.

Jetzt kommt ein wunderbarer Abschnitt. 12 km lang geht es sanft bergab auf der gleichen Strecke, die wir am Vortag bergauf gelaufen sind. Am Alten Spittel vorbei laufen wir nach Simplon-Dorf ein. Alle haben einen riesigen Spaß.

Bis zum Ende des „Downhills“ brauche ich knapp eineinhalb Stunden. In Gabi komme ich nach insgesamt 4:29:00 an und bin damit weit vor dem Zeitlimit von sechseinhalb Stunden. Aber jetzt kommt der Hammer: der Anstieg auf den Furggu bedeutet 700 Höhenmeter auf 3 km. Ein anderer Läufer hat mir am ersten Tag gesagt, das dauert ca. eine Stunde. Also los geht’s! Wolfgang und Bernd, zwei Läufer mit denen ich immer wieder mal zusammen war und die ich beim Aufstieg zum Simplonpass abgehängt hatte, haben mich kurz vor Gabi eingeholt (bergab bin ich einfach nicht so schnell) und sind jetzt etwa einen halben Kilometer vor mir. Ich sehe sie schon am Berg. Aber das ist meine Stärke. Ich atme tief durch und stürme aufwärts, hole Wolfgang und Bernd schon kurze Zeit später ein und lass sie hinter mir. Nach und nach sammle ich alle ein, die mich bergab überholt haben. Als ich an Oliver vorbei düse, sagt der nur: „na, Thomas, alles klar? – Ich seh schon, bei Dir ist alles klar!“ Kurz vorm Gipfel hol ich mir auch noch Sibylle, die wirklich topfit ist und dann bin ich endlich an der Versorgungsstelle. Oben stehen Alphornbläser. Als später Wolfgang hoch kommt, schnappt er sich gleich eins und hält ein kleines Ständchen (ich glaube, er spielt sonst Posaune oder sowas).

Ha – ich hab nur 48 Minuten hoch gebraucht. Sehr gut. Wenn ich aber dachte, jetzt geht’s nur noch bergab ins Ziel (was das Höhenprofil suggeriert), hab ich mich getäuscht. Immer wieder gibt es supersteile kurze Anstiege neben ebenso supersteilen Abstiegen. Insgesamt ist das aber der allerschönste Streckenabschnitt. Ich laufe die meiste Zeit kurz vor Sibylle, bis mir doch langsam die Luft ausgeht und ich mich mal kurz erholen muss. Sie stürmt vorbei und ist erst mal weg.

Noch 3 km bis ins Ziel. Durch einen herrlichen Wald geht es abwärts. Sibylle kommt wieder in mein Blickfeld und dann passiert es: ich hab zwar einen riesen Vorsprung vor Wolfgang und Bernd herausgeholt, aber die sind bergab so wahnsinnig schnell, dass sie mich 2 km vor dem Ziel überholen und auch an Sibylle vorbei spurten. 
Gondo Event 2011
Gondo Event 2011
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Das letzte Stück erfordert allerhöchste Aufmerksamkeit. Es hat wieder leicht zu regnen angefangen und es geht über große glitschige Steinstufen abwärts. Bis heute ist mir schleierhaft, wie ich das ohne Sturz überwunden habe. Nach 6:48:46 ist das Abenteuer vorbei und ich laufe ins Ziel ein. Das waren nur 23 Minuten mehr als am ersten Tag. Ich hab in meiner Altersklasse noch 3 Plätze gut gemacht und komme mit einer Gesamtzeit von 13:14:36 auf Platz 15. Wolfgang habe ich trotz seines Überholmanövers um 31 Sekunden geschlagen! Der Vorsprung vom ersten Tag hat ausgereicht. Bernd, der ebenfalls in unserer Altersklasse ist, liegt direkt vor mir mit 13:05:09.

Sibylle schafft eine Gesamtzeit von 12:49:08. Den ersten Tag ist sie in nur 6:01:47 gelaufen – alle Achtung! Bernd ist auf dem Bild rechts neben Wolfgang. Den vierten Läufer links auf dem Bild kenne ich leider nicht.

Und Angela? Die ist heute mit ihrem Begleiter Peter doch deutlich langsamer unterwegs. Die Limitzeit auf dem Simplonpass schafft sie noch, in Simplon-Dorf kommen die beiden etwa eineinhalb Stunden nach mir an. Angela machen vor allem die Downhills schwer zu schaffen. Nach 9:43:10 kommt sie schließlich zusammen mit Peter völlig durchnässt ins Ziel. Immerhin hat sie sich durchgebissen. Das ist aller Ehren wert. Manfred weiß genau, was sie jetzt braucht: ein Gläschen Rotwein.

Die Zeitnahme ist längst abgebaut. Auch die Siegerehrung ist lange vorbei. Gewonnen haben natürlich Martin Schmid in neuer Rekordzeit von insgesamt 7:44:54 und Lizzy Hawker in 8:36:08. Die jeweils Zweitplatzierten haben eine gute Stunde länger gebraucht. Aber auch ein Martin Schmid hat am zweiten Tag über eine halbe Stunde länger gebraucht als am ersten Tag. Als „Medaille“ gibt es beim Gondo Event kein Stück Metall, sondern einen leckeren Bergkäse. Die Sieger bekommen einen großen, alle anderen, die ebenfalls namentlich aufgerufen werden, einen kleineren.

Das hat Angela leider verpasst. Allerdings sitzen wir später am Abend noch mit Brigitte und einem weiteren Kollegen vom Organisationskomitee zusammen und als die Sprache auf den Käse kommt, springt Brigitte sofort auf und holt noch zwei Stück für Angela und Peter. So ist das eben bei so einer kleinen Veranstaltung: zwar das Zeitlimit nicht erreicht, aber die Anerkennung, es überhaupt geschafft zu haben, ist eben trotzdem da. Und natürlich stehen sie in der Ergebnisliste, mit der Gesamtzeit von 17:41:36.

Ich muss sagen, das war die tollste Laufveranstaltung, an der ich in meinem Leben teilgenommen habe. Die Atmosphäre war super, das Organisationsteam unglaublich gut und die Strecke – der Wahnsinn! Meinen allerherzlichsten Dank an Brigitte und all die anderen Helfer. Ich trage jetzt Gondo im Herzen – und das Gondo Event hat einen Dauertermin auf meinem Wettkampfkalender.
Gondo Event 2011
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