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Die 100 Kilometer von Biel vom 15.6 - 16.6.07 - Laufbericht von Monika Fischer

Autor:  Monika Fischer

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100 Kilometer von Biel

Monika Fischer im Ziel der 100 Kilometer von Biel

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Es ist vollbracht!

Die "Nacht der Nächte" habe ich überstanden - die 100 km sind geschafft - und wie!

Nach 10 Stunden 31 Minuten und 58 Sekunden bin ich (wie von mir erhofft) aufrecht, auf zwei Beinen und mit einem Lächeln im Gesicht jubelnd über die Ziellinie in Biel gelaufen!

Was soll ich sagen oder schreiben?

Zunächst mal bin ich sehr glücklich und froh, dass ich den Lauf ohne größere Probleme bewältigt habe - und nun auch oberstolz über das Ergebnis.
Mein Hauptziel lautete ja: Ankommen und Spaß haben. Na ja - eine 12 sollte schon im Ziel vorne dran stehen. Meine Hoffnung waren 11 Stunden und xx Minuten, mein geheimer Traum die 10 Stunden 50 Minuten (wäre ein Schnitt von 6:30/km gewesen) und nun DAS - Wahnsinn!

Und damit nicht genug: In der Frauen-Gesamtwertung bedeutet die Zeit Platz 12 und in der Altersklasse W40 durfte ich mit dem 2. Platz sogar auf´s Podest steigen und mir eine zweite Medaille umhängen lassen!!

Letztendlich hat alles genau gepasst - habe das Feld sozusagen von hinten aufgerollt. Die Zwischenzeiten (und Fotos vom Zieleinlauf) sind zu finden unter http://services.datasport.com/2007/lauf/biel/  - Gesamt-Frauen bzw. W40.

Nach der Anreise am Donnerstag per Bahn habe ich eine Nacht in der Gemeinschaftsunterkunft "Sahligut" (schweizer Zivilschutzbunker) verbracht und einfach etwas "Atmosphäre" geschnuppert. Leider hat sich das Wetter am Freitag von seiner ungemütlichen Seite (Übergang von Niesel- zu Dauerregen) gezeigt, so dass ein kurzer Stadtbummel bald beendet wurde. Den Nachmittag verbrachte ich dösenderweise auf dem Bett bzw. mit dem Zusammensortieren meiner Ausrüstung sowie dem Bekämpfen steigender Nervosität!!!

Gegen 19.30 Uhr kam dann mein kleiner "Fanclub" von zu Hause an: Ulrike, Wolfgang, Regina, Klaus, Sabine und Kerstin hatten sich auf die Reise begeben, um mich auf meinem weiten Weg durch die "Nacht der Nächte" zu begleiten und zu unterstützen - was ihnen hervorragend gelungen ist!!! Hierfür nochmals 1000 Dank - ihr wart mir stets eine treibende Kraft und große Motivation!
 

100 km von Biel 2007

Vorfreude vor dem Lauf

Brücke von Aarberg (Foto von 2004)

Bei Temperaturen um 16 Grad hatte es am Freitagabend endlich aufgehört zu regnen, die Straßen waren wieder trocken - im Gegensatz zu den betonierten Wirtschaftswegen, die in der Dunkelheit des öfteren mit knöchelhohen Pfützen bzw. netten Schlammlöchern überraschten. Nach einem sehr stimmungsvollen Durchqueren von Biel ging es bald hinaus auf´s Land - eindrucksvolle Gerüche (eben Landluft), im Licht der Stirnlampen mal eine Gruppe von Kühen oder ein Mäuschen huschte über die Laufstrecke, sonst nur das Getrappel der Läufer, reflektierende Laufbekleidung oder später die Rücklichter der Begleiter auf den Fahrrädern.

Zwischenzeitlich immer mal ein kurzer Schauer, nicht sonderlich störend. Glücklicherweise hatte ich mich bei der Wahl der Klamotten richtig entschieden: Singlet, darüber ein Halbarm-Shirt, Tights und Ärmlinge! Dazu Kappe (nicht gebraucht), Stirnlampe, Flaschengurt und Nummernband (inkl. Glücksschwein).

Die Dunkelheit und die späte Uhrzeit bereiteten relativ wenig Probleme, Müdigkeit spürte ich seltsamerweise eher als die Dämmerung wieder hereinbrach!
100 km von Biel 2007

Unterwegs in der Nacht

Die Stimmung an der Strecke war schon nett, nicht so trubelig wie bei einem großen Stadtmarathon, alles etwas ruhiger und beschaulicher, dennoch sehr ausdauernd! Dank der milden Temperaturen saßen in vielen Dörfern die Menschen tatsächlich bis morgens um 3 Uhr draußen vor den Wirtschaften bzw. Festzelten und feuerten die Läuferinnen und Läufer an! Doch danach wurde es schon deutlich gedämpfter und die nachlassenden Kräfte bzw. die müden Augen machten sich bemerkbar.

Den berühmt-berüchtigten "Ho-Tschi-Minh-Pfad" zwischen Km 55 und 65 erreichte ich noch in völliger Dunkelheit - und in einem (gefühlten) Wahnsinnstempo ging es hintereinander im wilden Galopp über Wurzelwerk, durch Pfützen und sonstige unsichtbare Stolperfallen - Gott sei Dank ohne eigenen Stolperer oder Sturz des Vordermannes!!

Der Ho Chi Minh Pfad bei Tageslicht  (Foto von 2004)

Die Beine spürte ich erstmals so ab km 30 - aber nicht sonderlich schlimm, eben wie bei einem normalen langen Lauf. Wie bereits vermutet, entscheidet sich das Finishen letztendlich im Kopf, die Beine sind nur noch Mittel zum Zweck, machen automatisch mit, was die Schaltzentrale oben vorgibt (und wenn die "Laufen" sagt, dann wird eben gelaufen!).

Geplant hatte ich eigentlich ein Lauftempo zwischen 6:30 bzw. 7:00 Minuten pro Kilometer, war jedoch von Beginn an meist einen Tick schneller, ohne dass ich jemals das Gefühl hatte, dass ich zuviel "drücke". Ich ließ es einfach so laufen, wie es locker ging.

Die Steigungen (die Uhr zeigte im Ziel 650 Höhenmeter insgesamt an) bin ich wie die meisten der Mitläufer hochgegangen, aber eben "stramm marschiert". Dies dann oft zur Verpflegungsaufnahme genutzt: Dabei hatte ich eine Flasche Wasser mit einer Prise Salz und einige halbierte Powerbar-Riegel, um zumindest zu Beginn im Getümmel an den Versorgungsstationen nicht unnötig Zeit zu lassen.

Erst ca. ab km 50 habe ich zusätzlich mit der Aufnahme von Wasser (wenn meine Leute es nicht rechtzeitig zum vereinbarten Treffpunkt geschafft haben), Cola sowie immer mal einem Stückchen trockenem Brot begonnen.

Richtig anstrengend (also dass die Beine gegen den Kopf rebellierten und sagten: "Wir tun weh, wir wollen PAUSE!") wurde es erst so ab km 65 - eben als der neue Tag begann und die Helligkeit zurückkehrte. Die Augen waren angestrengt von der Dunkelheit und wollten gar nicht mehr recht nach der Landschaft und sonstigen netten Dingen schauen! Leider gab es keinen traumhaften Sonnenaufgang mit viel Morgenrot, darauf hatte ich mich seit Wochen gefreut, war für mich ein Teilziel in Biel (DAS will ich erleben). Irgendwann war sie dann aber doch da und zusammen mit einem Mitläufer habe ich die goldene Scheibe freudig begrüßt!

So ging es weiter von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation, dort dann nur kurz gehalten, Wasser in die immer schneller leer werdende Trinkflasche gefüllt, ein oder zwei Becher Cola getrunken und weiter. Die Versorgung an den Ständen ließ wohl keine Wünsche offen, viele Läuferinnen und Läufer haben sich sogar gemütlich niedergelassen und geschmaust. Das ist jedoch nicht mein Ding, dafür ist mein Ehrgeiz (noch?) zu groß!

Der Anstieg ab Kilometer 76  (Foto von 2004)

Ein Angebot von Ulrike, mich laufenderweise einige Kilometer zu begleiten, habe ich bei km 75 doch dankend abgelehnt, noch war ich mit einem guten Schnitt unterwegs. Bei km 78 dann nochmal ein saftiger Anstieg und dann ein lang gezogenes Gefälle. Die Oberschenkel haben sich mit lautem Protest geäußert, wurden jedoch zur Ruhe ermahnt (...ist ja nicht mehr lange). Aber meine Kraft und mein Wille zum Weiterlaufen, Tempo halten, nun doch "Druck machen", waren ziemlich angeschlagen. Immer mehr habe ich die Versorgungsstellen herbeigesehnt (um mal kurz stehen zu bleiben) oder eben meine "Fans" zu sehen, die mir immer wieder neue Kraft gaben und Mut machten!

Ein letztes Zusammentreffen gab es für uns bei km 90 - danach habe ich mir ab und an zwischendrin Gehpausen zugestanden, sonst die Strecke komplett durchgelaufen!

Das Ziel war zwar noch sehr fern (10 km können ewig lang sein), aber nicht unerreichbar! Und meine Wunschzeit hatte ich auch "im Sack". Nur eines war noch offen: Würde es mir gelingen, sogar in 10 Stunden und 30 Minuten zu laufen?!? Schwierige Rechnerei, da mein eigener Kilometerzähler nicht genau mit den Markierungen (die es sowieso nur alle 10 km gab) übereinstimmte.

Bei km 90 hatte ich noch rund 62 Minuten für die letzten 10 km - normalerweise ein Kinderspiel, jedoch mit den "erlaubten" Gehpausen kaum erreichbar. Dennoch habe ich es versucht und musste bei km 97 einsehen (ab 95 war jeder einzelne km wieder angeschrieben), dass die 10:30 h illusorisch waren.

Also alles ruhig und locker (haha....) über die Runden bringen, Kräfte sparen....

Dann km 99: Jetzt ist es gleich geschafft! Nochmal sammeln, die Klamotten richten und los - ich höre schon den Stadionsprecher, noch eine Kurve, sehe das Ziel, die Uhr läuft und ich auch. Noch mal ein Endspurt, an der Seite stehen meine Leute, ich reiße die Arme hoch und laufe jubelnd durch´s Ziel! Einfach nur genial!
100 km von Biel 2007

An der Aare am Morgen

99 Kilometer sind geschafft!  (Foto von 2004)

Mit der Finisher-Medaille um den Hals nehme ich meine Lieben total glücklich, froh und erleichtert in den Arm, drücke jeden und freue mich wie ein Schneekönig! Und dann die nächste Belohnung: Ein schönes kühles Hefeweizen - oh wie tut das gut!

Anschließend Abholen des Finisher-Shirts und der Urkunde - was sehen meine Augen: Platz 2 in der W40 und 12. bei den Frauen insgesamt - unfassbar.

Nach einer schnellen heißen Dusche (die Beine und Schuhe sahen aus wie nach einer Schlammschlacht) ging es zurück ins Festzelt, wo gerade die Siegerehrung der Altersklassen lief.
Nach einer kleinen Stärkung (noch ein Weizen und zwei Hefeschnecken!!!) der nächste Höhepunkt: Auf der Bühne gab es noch eine zweite Medaille sowie einen festen Händedruck von Veranstalterseite.

So etwas erlebt man nun wirklich nicht alle Tage - und ist Lohn von Training, einer Portion Ehrgeiz und einem ordentlichen Anteil Glück - dass ich gesund bin und so viele tolle Dinge unternehmen und machen kann - dazu noch die Unterstützung so vieler lieber Menschen, die ich im Alltag oftmals mit meinem Sport nerve, beunruhige oder verwundere - dafür bin ich allen sehr, sehr dankbar.

Heute geht es mir mental sowieso sehr gut und körperlich ging es mir schon weit schlechter (nur ein doller Muskelkater in den Oberschenkeln sowie eine fette Blase an einer Fußzehe beeinträchtigen leicht mein Gangbild.

Nun verabschiede ich mich erstmal in den Urlaub - die Laufschuhe bleiben natürlich daheim!

CiaoCiao Rennmaus4444 (jetzt: Ultra-Rennmaus)
100 km von Biel 2007

Im Ziel - Prost!

100 Kilometer von Biel

Monika Fischer im Ziel der 100 Kilometer von Biel

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