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1. Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013 - 125 km und 2000 Höhenmeter - Bericht von Thomas Schmidtkonz

Vom tiefsten Punkt Oberfrankens zum höchsten Punkt Frankens auf den Schneeberg

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Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Felsen bei Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Einleitung

Zwei Wochen vor dem 1. Oberfränkischen Orientierungslauf kam mir der Gedanke, ob und wie man nonstop von der tiefsten Stelle Oberfrankens zur höchsten nämlich den Schneeberg laufen könnte. Ein Blick auf die Karte zeigte, dass man dabei mit gut 120 Laufkilometern rechnen musste, wenn man dabei nicht nur auf Straßen und den einfachsten Wegen laufen wollte, sondern auch unterwegs Trails und Sehenswürdigkeiten ansteuern möchte.

Schnell fanden sich auch ein paar Laufinteressenten, die aber bis auf Stefan Loy und mich wieder alle aus verschiedenen Gründen absagen mussten.

Stefan und ich ließen uns davon nicht abschrecken, sondern starteten am Samstag Morgen um 8:35 mit frohen Mut im unterfränkischen Stettfeld, wo wir kurz dahinter die Grenze nach Oberfranken und dort auch die tiefste Stelle Oberfrankens passierten. Uns erwartete nun ein einzigartiges Laufabenteuer, von dem der folgende Bericht hier erzählt ...

Die Idee und Planung

Ich wollte endlich mal einen Lauf mit über 100 km Länge laufen. Da das für mich Neuland war, dachte ich einmal an eine nicht zu schwere Strecke also keinen Ultratrail. Außerdem wollte ich nicht mit irgendeiner Zielschlusszeit unter Zeitdruck stehen. Da außerdem diesen Sommer und Herbst mein Terminkalender vor der kalten Jahreszeit recht voll ist, boten sich keine Laufveranstaltungen dafür an. Was macht man in so einer Notsituation? Ganz einfach, man erfindet seine eigene Laufveranstaltung. Aber was?
Weil ich das ganze sehr zeitnah machen wollte und daher organisatorisch wenig auf die Beine stellen konnte, bot sich natürlich nur eine Laufveranstaltung auf Einladungsbasis an. Aber auch da ist das Entwickeln und Auszeichnen einer Strecke extrem aufwändig. Also machte ich aus dieser Not eine Tugend und entschied mich für einen von A nach B - Lauf, wo jeder wie bei einen Orientierungslaufs seine Strecke selbst suchen sollte. Nun waren nur noch A und B festzulegen. Als ich bei facebook nachlas, dass die Trail Maniaks wieder einen Nonstop-Gruppenlauf von München zum höchsten Berg Deutschlands die Zugspitze hoch planten, kam mir die Idee beim niedrigsten Punkt Oberfrankens zu starten und das Ziel auf ganz Frankens höchsten Punkt, dem Schneeberg enden zu lassen. Eine Auswertung der Strecke ergab außerdem, dass mit etwa 120 km zu rechnen sei. Das passte also alles super.
Als für mich einzig freier Termin bot sich das erste Augustwochenende an. Bis dahin waren es nur noch 10 Tage.
Von der Idee bis zur Ausschreibung bei trampelpfad.net brauchte ich aber nur wenige Stunden. So war das sicher eine der am schnellsten realisierten Laufveranstaltungen, die es je gab. Als Teilnehmer fanden sich schließlich 6 Personen, die leider bis auf Stefan Loy und mich aus verschiedenen Gründen wieder absagen mussten. So konnten nur wir beide dieses Laufexperiment starten ...

Der Lauf

Stefan und ich treffen uns am Samstagmorgen um 8:30 im unterfränkischen  Stettfeld an einen zufälligen Punkt, weil Stefan den zuvor vereinbarten Punkt nicht fand und wir uns einfach dann zusammentelefonierten. Also nutzen wir gleich diese Stelle als Startpunkt, wodurch unser Lauf noch einmal einen Kilometer länger wird. Zuerst lassen wir uns aber noch von unseren Frauen fotografieren, die uns zum Start gefahren haben und uns später im Ziel abholen wollen. Zwischen Start und Ziel sind wir aber völlig alleine auf uns gestellt. Weil das Laufen in der Gruppe schöner, einfacher und sicherer ist, wollen wir die Strecke gemeinsam angehen. Dabei ist es natürlich von Vorteil, dass wir beide sehr langsam laufen wollen, zumal Stefan Erfahrung für den 100 Meilenlauf am Rennsteig in ein paar Wochen sammeln will.

Wir verlassen schnell Stettfeld nach Südosten in Richtung Main, wo bei ein paar vor gelagerten Baggerweihern die Grenze zu Oberfranken ist. Ich konnte nicht genau feststellen, wo exakt die tiefste Landstelle Oberfrankens ist. Sie ist entweder bei diesen Weihern oder am Main dahinter. Daher steuern wir nun beide Punkte an.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

An tiefsten Punkt Oberfrankens

An einem der Baggerweiher liegen schon so früh am Vormittag ein paar Verfechter der Freikörperkultur, die etwas verwundert aufblicken als sie uns laufen sehen, sich aber nicht weiter stören lassen. Bei der für heute angesagten Hitze ist es die Frage, ob wir es ihnen lieber nicht gleichtun sollten, als sich auf so einen verrückten Lauf zu begeben.

Die Hassberge und erste Einkehr in Kemmern

Nachdem wir beide tiefste Stellen angesteuert haben, wenden wir unseren Kurs in Richtung südliche Hassberge, wo auch die Ideallinie unserer Strecke verläuft. Bald gewinnen wir so die ersten Höhenmeter und tauchen auch endlich in den Schatten eines Waldes ein, der die schon jetzige Hitze erträglicher macht. Aber wie wird das mit der Hitze erst heute Nachmittag sein?

Der Ultraläufer macht sich aber über so was erst einmal keine Gedanken, da er sich kleine Ziele setzt und dieses nächste Ziel liegt erst einmal in Sandhof, wo ein Weiher ist. In diesen tauchen wir unser Baseballcap und ich außerdem mein Kopftuch ein, dass ich nun wie ein Araber trage und das meinen Kopf durch die Nässe schön kühlt. Sie sieht zwar weder modisch noch schick aus, aber wer will heute in der Hitze schon in Schönheit sterben?

Die Hassberge sind wegen ihrer zahlreichen Burgruinen bekannt, die wir ja z.B. bei unserem diesjährigen Frühlingsmarathon ansteuerten. Heute müssen Stefan und ich uns mit einer Kirchenruine begnügen. Bei dieser Helenenkapelle brechen auch die südlichen Hassberge steil zum Mainufer ab, wo wir nun auf einen schönen Singletrail hinuntertraben. Wir laufen nun ein Stück das Mainufer in Richtung Süden entlang, weil dort ein Bierkeller ist, in dem wir einkehren wollen. Da es aber erst kurz nach 11 Uhr ist, ist er noch nicht geöffnet. Also laufen wir etwas enttäuscht in Richtung Kemmern, wo uns zuvor eine Brücke über den Main führt.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Der Main bei Kemmern

Kurz dahinter entdecken wir eine schöne Gartenwirtschaft und bestellen uns beide jeweils eine alkoholfreie Radlermaß, die bei der heutigen Hitze so richtig schön hineinzischt. Sie verdampft regelrecht. Da man heute auch salziges essen soll, verspeise ich passend dazu einen etwas versalzenen Quark mit Brot. Das liegt nicht im Magen und gibt mir Kraft.

Der große Wald und Felder, Wiesen und Hitze dahinter

Es ist bereits Mittagszeit, als wir weiterlaufen. Zuerst müssen wir durch Kemmern laufen, wo der Asphalt sich schon so richtig schön aufgeheizt hat und wir wohl schon die Hälfte unserer Radlermaß auf 1-2 Kilometern rausschwitzen. Was sind wir froh, als wir endlich in einen großen Wald abtauchen können. Schöne Waldwege und Singletrails wechseln sich hier ab. Nur muss ich im Wald besonders aufpassen, dass wir uns nicht verlaufen, weil man sich im Wald nicht gut orientieren kann. Da hilft natürlich mein Garmin Dakota 20 GPS-Gerät gut weiter. Laufen nur mit Karte und Kompass wäre sicher aufregender, aber ich weiß nicht, wann wir dann am Schneeberg ankommen würden.

Nach etlichen Waldkilometern endet der Wald abrupt. Wieder in der Sonne spüren wir sofort, wie heiß es mittlerweile geworden ist. Die 30 Grad-Grenze im Schatten wurde bereits deutlich überschritten. Aber hier ist ja kein Schatten!
Wir laufen nun durch ländliches Ackerland, während die Bauern sich  heute emsig mit der Getreideernte beschäftigen. Sie sind so aktiv, weil für heute Nacht Gewitter angekündigt sind und sie wohl die Ernte noch trocken einbringen möchten.
Der schattenlose Weg entlang von Äckern und Wiesen zieht sich ewig und bald schwinden unsere Wasservorräte.

Endlich erreichen wir einen Wald, wo wir nun uns nun an einen mit Brombeeren und Brennnesseln zugewucherten Trail durchkämpfen. Stefan hat lange Stützstrümpfe an und ist so wenigstens etwas geschützt, während ich mit meinen nackten Beinen schließlich an den Dornen eines Brombeerstrauchs hängenbleibe und mir die Haut aufreiße. Autsch, das tut weh!

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Zugewucherter Weg

Weil hier kaum mehr ein Durchkommen möglich ist, weichen wir in den Wald aus. Wir kämpfen uns tief gebückt zwischen Ästen und Zweigen durch, bis wir endlich einen Fahrweg erreichen. Da das vorherige Gestrüpp auch noch zeckenverdächtig war, kontrolliere ich meine Beine und entdecke just einen dieser lästigen Vampire. Gott sei Dank ist jetzt die Zeckensaison schon ziemlich am Ende. Im Mai hätte ich sicher noch mehr von diesem Ungeziefer entdeckt.
Langsam kommt bei uns die Frage auf, ob wir in der Nacht auch solche Trails laufen sollen oder dann lieber doch auf Fahrwege und Straßen ausweichen sollen.

Rast in Scheßlitz und der große Anstieg zur Fränkischen Alb

Wir erreichen nach ca. 35 - 40 km Laufstrecke Scheßlitz. Mittlerweile sind unsere Wasservorräte aufgebraucht. Dieser Lauf ist schon was anderes als eine reguläre Laufveranstaltung, wo man alle paar Kilometer Getränke und Essen gereicht bekommt. Wir müssen heute auf solchen Luxus verzichten und uns stattdessen um wirklich alles kümmern und das mit uns tragen, was wir unterwegs nicht bekommen können. Gott Lob gibt es in Scheßltz viele Gaststätten. Wir kehren in die nächstbeste ein. In einem schönen Hinterhof ist ein Biergarten. Ich bestelle mir dort zur Abwechslung ein alkoholfreies Weizen und einen halben Liter Mineralwasser, während Stefan bei der alkoholfreien Radlermaß bleibt. Aber egal was es ist,  beides zeigt einen hohen "Verdunstungsgrad". Als wir beide so zusammensitzen, prasseln ein paar Regentropfen herunter. Wird es vielleicht doch  noch etwas kühler werden?

Als wir wieder loslaufen hat sich diese Regenwolke aber schon wieder verzogen und die Sonne brennt wieder gnadenlos herunter. Nur wegen der Feuchtigkeit ist die Luft nun noch dampfiger. Ein Thermometer am Streckenrand zeigt 34 Grad an, als wir in praller Sonne auf einem Radweg in Richtung Abbruchkante der Fränkischen Alb laufen, während sich der Asphalt unter uns wie eine Kochplatte aufheizt. Derweil entschädigt der schöne Ausblick auf die Giechburg, die sich rechts unseres Weges auf einer Anhöhe präsentiert.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Die Giechburg

Endlich endet der Asphalt und ein Fahrweg führt uns die ca. 250 Höhenmeter zur Hochfläche der Fränkischen Alb in die Höhe. Zuerst durchqueren wir dabei Bergwiesen, wo die Nachmittagssonne wegen der Schräge senkrecht auf uns runter sticht. Das macht den Anstieg so richtig schön hart. Was sind wir froh, als wir endlich den Waldrand erreichen. Gleich tauchen wir auf einem relativ kühlen Hohlweg in den Schatten der Bäume ab. Die brennende Hitze ist nun endlich weg. Dadurch schmerzt uns der doch recht steile und lange Anstieg weniger.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Der Hohlweg zur Fränkischen Alb hoch

Wiesentquelle

Auf der Hochfläche angekommen, müssen wir leider wieder den Wald verlassen. Wir laufen nun auf der Hochebene der Fränkischen Alb und erreichen in etwa 550 m NN eine erste signifikante Passhöhe. Wir joggen nun meist auf leicht gewellten Ackerwegen und zwischendurch auch mal durch kleinere schattenspendende Wäldchen in Richtung Steinfeld. Dort müssen wir bei dieser Hitze unbedingt wieder Wasser nachfassen, weil die Gegend dahinter immer einsamer wird, mit nur ganz wenigen Wirtshäusern.
Zu unserer Freude entdecken wir in Steinfeld die Wiesentquelle. Ich teste das Wasser dort. Es ist trinkbar und schmeckt lecker und erfrischend so wie es nur bei frischen Quellnass sein kann. So füllen wir unsere Trinkwasservorräte mit Quellwasser auf. Gleichzeitig kühlen wir uns mit dem kalten Wasser und ich kann mein Kopftuch wieder nass machen, was mir bei der Hitze sehr hilft.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Die Wiesentquelle

Mittlerweile ist es zwar schon 17:15, aber die Hitze hat keinen Deut nachgelassen. Am besten wir kehren wo ein und warten ab bis es etwas kühler wird.
Kurz hinter der Quelle entdecken wir dazu den Hübnerbräu mit Gastwirtschaft. Bei so guten Quellwasser müssen die sicher auch ein gutes Bier brauen! Also sündigen wir etwas und bestellen uns ein süffiges Bier, das wie in Oberfranken üblich im Steinkrug serviert wird. Da nun auch schon Zeit für das Abendmahl ist. bestellen wir uns auch was Essbares. Während es Stefan mit Leberkäse, Spiegelei und Bartkartoffeln deftig liebt, bin ich mit zwei Spiegeleiern und Bratkartoffeln etwas vorsichtiger. Jedenfalls mundet uns beiden das leckere Essen sehr und meins ist für 2,80 Euro dazu auch noch sehr preiswert. Nach dem Bier trinke ich noch einen halben Liter Cola. So sind unsere Tanks erst einmal wieder gefüllt, als wir erst kurz nach halb sieben, also nach über einer Stunde die Brauereigastwirtschaft verlassen. Diese lange Pause war aber gut, weil es nun zwar immer noch heiß ist, aber die Sonne schon etwas Kraft verloren hat und die Schatten länger geworden sind.

Im Paradiestal und Wiesenttal

Zuerst verlassen wir das obere Wiesenttal, weil wir nicht die Straße entlang sondern Wege laufen wollen. Erst ein paar Kilometer kurz hinter der Kreuzung von Paradiestal und Wiesenttal erreichen wir wieder die Wiesent. Dieser Talabschnitt ist sehr schön, weil viele bizarre Felsformationen das Tal säumen. Es ist außerdem ein Kletterparadies. Dabei kommen wir mit zwei Kletterern ins Gespräch, die gerade eine Kletterwand mit dem Schwierigkeitsgrad 5 angehen wollen. Als wir erzählen, dass wir noch nonstop bis zum Schneeberg laufen wollen, schütteln sie doch etwas verwundert den Kopf.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Kletterer im Paradiestal

Toller Sonnenuntergang und Krögelstein

Bei Treunitz verlassen wir schon wieder das schöne Tal. Aber diese Region werde ich noch einmal bei Gelegenheit ausführlicher ablaufen, weil es hier wirklich schön ist und man mit dem Hübnerbräu in Steinfeld auch eine gute Einkehrmöglichkeit hat.

Wir verlassen das Tal und tauchen bald in ein großes Waldstück ein, den wir auf einem schönen Wanderweg queren. Als wir den Wald kurz vor Krögelstein verlassen, veranstaltet die Sonne mit ihrem Untergang ein wunderschönes Farbenschauspiel, als möchte sie sich vor der langen und dunklen Nacht gebührlich von uns verabschieden. Es ist nun 20:35 und wir werden wohl noch ca. eine 3/4 Stunde im restlichen verbleibenden Tageslicht laufen können, bevor wir unsere Stirnlampen anschalten müssen.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Toller Sonnenuntergang

In Krögelstein gibt es keine Gastwirtschaft. Daher frage ich zwei Personen in einem Garten, ob sie uns nicht etwas Leitungswasser abgeben können. Leider klappt es nicht, weil sie keinen Schlüssel haben und auf die dritte Person mit Schlüssel warten. Da unser Trinkwasser aber noch halbwegs gefüllt ist, frage ich nicht weiter nach, auch als ich ein paar Meter weiter einen Gartenschlauch entdecke.

Kurz dahinter erblicken wir die bizarren Felsen von Krögelstein, die noch vom Hollfelder Abenteuerlauf her kenne. Sie sind aber immer toll anzusehen und Stefan kannte sie ja noch nicht. Besonders beeindruckend ist dabei der "Alte Fritz", der von der richtigen Seite betrachtet wirklich wie das Kopfprofil des Alten Fritz aussieht.
Da hier ein Bach fließt, erfrische ich mich dort und tauche mein Kopftuch im Wasser ein.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Alter Fritz in Krögelstein

Wonsees und der Anfang der langen Nacht

Als wir Wonsees so gegen 21:15 erreichen, entdecken wir zu unserer Freude noch eine Gastwirtschaft, die noch offen hat. So können wir unsere Wasservorräte wieder auffüllen und noch jeder eine alkoholfreie Radlermaß trinken.
Der Wirt fragt uns dabei erstaunt:" Wo wollt ihr denn noch heute hin?"
Wir: "Zum Schneeberg!"
Er: "Aber nicht mehr heute!"
Wir doch: "Doch! Wir laufen die Nacht durch. Aber unser nächstes Ziel ist erst einmal der Autorasthof Thurnau Ost nahe der A70!"
Darauf ist  er nah dran uns entweder den Vogel zu zeigen oder noch schlimmer gleich die Männer mit den weißen Kitteln zu rufen.
Jedenfalls sind wir sofort das Kneipengespräch Nummer 1 und die Attraktion des ganzen Tages in diesem Dorf.

Ein halbe Stunde später sind wir wieder unterwegs. Wir laufen nun für 2 km die verkehrsarme Landstraße nach Sanspareil hoch, weil ich in der Nacht zu faul bin einen passenden Wanderweg zu suchen und man ja in der Nacht außerhalb des Lichtkegels unserer Stirnlampen ohnehin wenig erkennen kann.

Felsengarten Sanspareil mit Felsentheater bei Nacht

Gerne hätte ich Stefan den bekannten Felsengarten Sanspareil bei Tageslicht gezeigt. Aber da nun mal Nacht ist, besuchen wir ihn halt in der Nacht und strahlen evt. Felsen und das Felsentheater mit unseren Stirnlampen an. Wie uns der Wirt in Wonsees erzählte war heute im Felsentheater sogar eine Aufführung. Aber auch dazu sind wir zu spät gekommen.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Felsengarten Saspareil bei Nacht

Gewitter in der Nacht

Hinter dem Felsengarten laufen wir nun auf Feldwegen in Richtung Thurnau. In der Ferne betrachten wir in drei der vier Himmelrichtungen ringsum um uns Wetterleuchten, also Blitze. Da man aber kaum ein Donnern hören kann, sind all diese Gewitter noch weit entfernt. Stefan hat jedoch Angst vor diesen Gewitterboten. Ich versuche ihn zu beruhigen und erzähle wie ich einmal in meiner Jugend die am Boden sehr seltenen aber auch gespenstischen schönen bläulich leuchtenden Elmsfeuer bewundern durfte und dass bei so was dann wirklich akute Blitzgefahr besteht, was das Inferno kurz danach auch bestätigte.
So was müssen wir heute Gott sei Dank nicht befürchten. Dennoch wählen wir nun unsere weitere Strecke so, dass wir möglichst schnell die Hochfläche der Fränkischen Alb verlassen. Dahinter wollen wir die nächsten Ortschaften aufsuchen. Dort sehen wir dann weiter, ob wir uns Schutz suchen müssen oder weiterlaufen können. Während es nun doch ab und zu mal in ca. 3 km Entfernung leicht donnert, erreichen wir bei der Aubachquelle den Abstieg von der Hochfläche und in Menchau die erste kleinere Ortschaft. Da sich die Gewitter in der Ferne nun erst einmal etwas verzogen haben, können wir beruhigt weiterlaufen.
Schließlich kommen wir um 1:30 morgens bei der Tankstelle und Autohof Thurnau Ost  mit Imbissmöglichkeit an. Ein Blick aufs Thermometer zeigt 25 Grad an. Es ist immer noch fast tropisch warm und dazu leider auch schwül.
Wir kaufen uns jeder einen Liter Cola. Ich esse dazu eine Pizzazunge, während Stefan ein Schnitzelsandwich verdrückt. Beides sicher keine kulinarische Spezialität, aber wer so viel Kalorien verbrannt hat wie wir heute, den schmeckt das sogar!
Hier können wir auch wieder unsere Trinkwasser Vorräte auffrischen. Da ich das Cola nicht ganz schaffe, mixe ich in einer meiner 3 Halbliterflaschen das Cola zur Hälfte mit Wasser, was mir später noch gut weiterhelfen wird.

Als wir die Tankstelle verlassen, laufen wir in geplanter Laufrichtung, müssen aber dann feststellen, dass das komplette Gelände eingezäunt ist. Also wieder zurück, wo wir zuerst hergekommen sind! So kann man auch zusätzliche Meter Laufstrecke sammeln!

Wir laufen nun eine einsame Landstraße durch den Wald. Plötzlich stört ein Bus die Ruhe der Nacht. Wir springen zur Seite, aber dann bleibt er neben uns stehen und der Busfahrer fragt uns, ob wir einsteigen wollen. Wir winken jedoch dankend ab. Aber das war doch einmal ein netter Busfahrer!

Bei Neuenreuth überqueren wir mal wieder den Main. Diesmal ist es der Rote Main. Wir haben mal wieder eine Senke erreicht und sind nun nur noch in gut 300 Meter Höhe.

Hinter Neuenreuth zieht hinter uns erneut ein Gewitter auf. Diesmal hat es das Gewitter auf uns abgesehen. Daher flüchten wir in der nächsten Ortschaft in Hornungsreuth in ein Bushäuschen. Hier wollen wir das Gewitter abwarten. Blitz und Donner rücken näher, während wir es uns auf der Holzbank in der Hütte bequem machen. Es ist immer noch total warm. So können wir uns ohne zu frieren auch ohne Decke hinlegen. So kommen wir wenigstens mal für eine Viertelstunde zu einen kleinen Nickerchen, während außerhalb der  Hütte der Regen runterprasselt.

Das Ende der langen Nacht Odysee an der A70

Endlich hat sich das Gewitter verzogen. Wir Laufvagabunden ziehen weiter. Bei Harsdorf legen wir am Bahnhof gegen 4 Uhr morgens eine kleine Rast ein, weil ich auf der Karte nachschauen muss, wie wir weiterlaufen wollen. Ursprünglich plante ich einen Halt am Autohof bei der Autobahnausfahrt Bad Berneck. Aber weil wir noch genug Trinkwasser haben, wollen wir auf diesen größeren Umweg verzichten. Ich plan nun eine Autobahnquerung nahe Lettenhof ein. Dazu müssen wir zuerst einen Berg erklimmen. Leider stellt sich heraus, dass dort eine Baustelle ist und die Autobahnunterquerung zugeschüttet ist. Was nun?
Ein Blick auf die Karte zeigt, dass kurz vor dem Autobahnkreuz zwischen A70 und A9 ein weiterer Übergang sein sollte. Aber wenn der auch versperrt ist, müssen wir einen großen Umweg bis zum Bindlacher Berg machen, was uns nach so vielen Kilometern sicher nicht in Begeisterung versetzen wird!
Als wir die Überquerung erreichen,  stellen wir zu unserer Freude fest, dass die dortige Brücke über die A70 jedoch offen ist. Außerdem führt die dortige Landstraße dahinter auch noch über die A9 in Richtung Nenntmannsreuth. Wir wählen diesen Weg.

Zweites Gewitter und Morgenlauf nach Bad Berneck

Während wir die beiden Autobahnbrücken überqueren, graut langsam der Morgen, während über uns schon wieder dunkle Wolken mit Blitz und Donner aufziehen. Diesmal schaffen wir es nicht mehr bis zu einen schützenden Unterstand, bevor der Himmel seine Schleusen öffnet. Also müssen wir unsere Regenjacken anziehen. Wenigstens ist es immer noch so warm, dass wir problemlos mit kurzer Hose weiterlaufen können.
In Nenntmannsreuth finden wir endlich einen Unterstand, bevor wir total durchnässt sind. Dort warten wir den heftigen Regenschauer ab.

Bald hat sich dieser samt Blitz und Donner verzogen. Wir können nun weiterlaufen! Endlich wird es hell und der Morgen beschwingt mich, während Stefan leider eine Krise durchmacht und erstmals über einen Ausstieg nachdenkt.

Leider ist der frühe Morgen Wolken verhangen und so fotografiere ich als Ersatz ein Landschaftsbild auf einer Hauswand mit Sonnenaufgang oder vielleicht auch Sonnenuntergang.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Ersatz für den Sonnenaufgang

Wir laufen nun auf einer schmalen Landstraße, wo so früh am Sonntagmorgen natürlich kein Auto fährt. Die Straße fällt dabei angenehm leicht bergab und so kommen wir ganz gut voran. Leider schmerzen meine Füße schon seit gestern Abend, weil ich mir wieder Blasen gelaufen hab. Außerdem piesacken mich der rechte Knöchel und das Schienbein schon lange Zeit. So ist mittlerweile jeder einzelne Schritt ein "Genuss". Aber so was gehört ja wohl auch so einen Lauf.
Mit meinen leichten Inov Roclite Trailschuhen habe ich bei doch so viel Asphalt wohl auch nicht das richtige Schuhwerk für diesen lauf gewählt. Aber das ist jetzt nun mal so, ich kann es jetzt nicht ändern und so muss ich damit zurechtkommen!
Momentan halten sich aber meine Probleme in Grenzen, zumal mich die Morgenluft erfrischt. Endlich kann man mal nach einer so langen Hitze frei durchatmen.
Ich werfe einen Blick auf Stefan und sehe, dass es ihn leider nicht allzu gut geht. Er scheint mittlerweile einen Ausstieg immer mehr ins Auge zu fassen. Ich versuche es ihn so "nahe" vor dem Ziel auszureden. Aber er sagt, es sei ihm schwindelig. Die gestrige Hitze und die lange Nacht der Entbehrungen haben ihn gezeichnet. Wir beschließen schließlich, dass er sich in Bad Berneck entscheiden soll, wie er weiter vorgehen will, zumal ihn dort seine Frau relativ einfach abholen könnte.

Trennung in Bad Berneck und der endlose Fahrradweg nach Bischofsgrün

In Bad Berneck um 6:45 morgens entscheidet sich Stefan rauszugehen, weil es ihm immer noch schwindelig ist und ein Weiterlaufen so zu gefährlich ist. Mir geht es dagegen von meinen Schmerzen an den Füßen abgesehen den Umständen entsprechend noch glänzend und so spricht nichts gegen einen Gipfelsturm auf den Schneeberg.
Dazu wähle ich aber den einfachsten Weg. Das ist der Radweg nach Bischofsgrün. Er führt immer am Weißen Main entlang. Die nächsten etwa 12 Kilometer wird es so immer bergauf gehen, aber dies nur mit einer leichten Steigung von so ca. 2-4 %.

Mittlerweile kommt die Sonne durch und wirft bei der dunstigen Luft fantastische Strahlen, die mich begeistern. Leider schmerzen nun meine Füße immer mehr und außerdem wird es schon wieder dampfig warm. So bin ich froh, dass ich meist im Schatten eines bewaldeten Flusstals laufe.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Sonnenstrahlen der Morgensonne

Unterwegs wärmt sich eine Blindschleiche auf dem warmen und noch nassen Asphalt und eine Weinbergschnecke zieht kaum langsamer als ich ihren Weg über den feuchten Asphalt.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Eine Blindschleiche wärmt sich auf

Der Talweg zieht sich ewig in die Länge, während meine Füße immer mehr protestieren. Jetzt laufe ich hier seit Bad Berneck schon etwa 2 Stunden entlang und stell fest, dass ich jetzt ja schon mit all den Pausen 24 Stunden unterwegs bin. Den feierlichen Anlass zu meinen ersten 24-Stundenlauf muss ich natürlich auf einem Foto festhalten.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Seit nun 24 Stunden unterwegs

Kurz dahinter endet bei der Glasermühle endlich der Talweg. Langsam aber sicher näher ich mich dem Schneeberg. Leider ist die Gaststätte bei der Glasermühle noch nicht offen, sonst hätte ich dort Trinkwasser nachfassen können. So kommt die bange Frage auf, werden meine Trinkwasservorräte ausreichen, die ich zuletzt um 1:30 in Thurnau Ost aufgefüllt habe?

Langer und mühevoller Aufstieg zum Dach Frankens

Ich habe mittlerweile eine Höhe von gut 600 Meter über den Meeresspiegel erreicht. Rein rechnerisch sind das bis zum Schneeberggipfel nur noch 450 Höhenmeter, Das wäre in den Alpen ein ziemlicher Klacks. Nicht so hier, bei einem so uralten und abgeflachten Waldgebirge wie dem Fichtelgebirge. Hier zieht sich alles in die Länge und so sind es von der Glasermühle bis zum Schneeberggipfel immer noch an die 10 km Laufstrecke!

Aber zuerst laufe ich einen schönen Singletrail Richtung Rangen. In Rangen verlasse ich endgültig das Tal und erklimme auf einem Panoramaweg etwa 150 Höhenmeter auf einen Wiesenhang, wo schon wieder unangenehm die Sonne herunterprellt. Dafür entschädigt ein wunderschöner Blick auf den Ochsenkopf, der mit 1023 Meter Höhe Oberfrankens und Frankens zweithöchste Berg ist und den wir zuletzt beim Winterlauf erklommen haben. Erstmals öffnet sich auch ein Blick auf den Schneeberg, so dass ich endlich das eigentliche Ziel vor Augen habe.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Den Schneeberg bereits vor Augen!

Der Weg führt jetzt in den Wald hinein. Nun wird es mal wieder so richtig trailig. Hier ist mal wieder alles zugewuchert und die dornigen Brombeersträucher machen ein Durchkommen fast unmöglich. Dazu sind Gras und Sträucher wegen der regnerischen Nacht noch patschnass und so auch bald meine ohnehin schon geschundenen Füße. Ich fluche lauthals meinen Frust heraus: "Mir bleibt schon nichts erspart! Warum tue ich mir das alles an?"

Was bin ich froh, als sich der Zustand des Weges endlich bessert. Nun wechseln sich Fahrwege mit schönen Singeltrails ab, als ich mittlerweile endlich in etwa 800 Meter Höhe den finalen Anstieg zum Schneeberg erreiche.

Ein Schilderwald kündigt den Gipfel in 1,8 km Entfernung an.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Schilderwald vor dem Berggipfel

Ein der Sonne ausgesetzter asphaltierter Fahrweg führt mich in Richtung Gipfel. Das ist nicht der schönste Aufstieg zum Schneeberg, dieser ist eher der Wanderweg vom Seefeldhaus über den eindrucksvollen Nußhardtgipfel in Richtung Schneeberg. Aber das ist für mich heute der einfachste und auch kürzeste Weg.

Endlich endet der Asphalt und die letzten Meter geht es für das Fichtelgebirge atypisch ziemlich steil hoch. Leider ist die Quelle in 990 Meter Höhe kurz vor dem Gipfel versiegt, aber meine Wasserreste werden oder besser gesagt müssen halt dann bis ins Ziel ausreichen.

Triumph am Gipfel und recht langer Abstieg nach Karches

Endlich erreiche ich die wenig spektakuläre Gipfelregion, im Fichtelgebirge gibt es etliche schönere, aber hier ist nun mal der höchste Punkt ganz Frankens. Ich muss nun einen kleinen Felsen erklimmen, auf dem ein Aussichtsturm aus Holz steht.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Der Berggipfel

Auch den erklimme ich und genieße den Rundumausblick vom hier weit und breit höchsten Berg. Erst weit im Osten im Erzgebirge und weit im Süden im Bayerischen Wald sind höhere Berge als dieser hier zu finden. Von der tiefsten Stelle Oberfrankens bis hier zur höchsten hoch war ich insgesamt 26 Stunden 45 Minuten unterwegs. Weil wir aber ja ein ganzes Stück zuvor in Stettfeld starteten bin ich insgesamt schon gut  27 Stunden unterwegs. Das war schon eine lange Zeit und mittlerweile ist es schon 11:40.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Auf dem Dach Frankens

Unterhalb der Turms lege ich noch eine kleine Rast ein, esse eine Kleinigkeit und trinke einen sparsamen Schluck und schon geht es weiter.
Es liegt noch ein etwa 5 km langer Abstieg vor mir, obwohl Karches gerade mal 300 Höhenmeter unter mir liegt.

Beim Tausendmeterstein verlasse ich die Tausendmetergrenze und laufe oder besser gesagt humple recht langsam mit meinen schmerzenden Beinen gen Tal.
Bereits einen Kilometer vor dem Ziel kann ich endlich erstmals seit 1:30 morgen an der Hubertusquelle Trinkwasser nachfassen. Ich trinke Wassermassen wie ein durstiges Kamel und wasche und kühle mich.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Hubertuisquelle

Den letzten Kilometer geht es noch einmal auf einen steinigen Trail gen Tal, wo jede Berührung mit einen Stein mich aufstöhnen lässt.

Aber endlich erreiche ich um 13:09 freudestrahlend die Gastwirtschaft in Karches, wo mich schon meine Frau Gaby begrüßt. Insgesamt war ich nun 28 Stunden und 34 Minuten unterwegs. Selbst für Laufschnecken wie mich kein allzu guter Temposchnitt für 125 km! Aber man muss dabei locker ca. 4 Stunden Pause wegrechnen, die wegen der Hitze am Vortag auch absolut nötig waren.

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf vom 03.08 - 04.08.2013

Nach 28 Stunden und 34 Minuten im Ziel

Ich habe nun viel zu erzählen und gönne mir ein Bier und ein Mittagessen, das ich mir nach so einen extrem langen Lauf sicher verdient habe!

Infos / Bewertung

Links: Offizielle Website des Oberfränkischen Orientierungslaufs
Wetter: Samstags heiß und sonnig. Nachts und frühmorgens Gewitter. Sonntags wieder schwülheiß. Ca. 20 - 35 Grad.
Höhenmeter: Ca. 2000 Höhenmeter bergauf und gut 1100 Höhenmeter bergab.
Tiefster Punkt ca. 225 m NN zugleich tiefster Punkt Oberfrankens.
Höchster Punkt Schneeberg 1051 m NN.
Strecke:

Ca. 125 km.
Start in Stettfeld in Unterfranken. Kurz danach überquerten wir bei den Baggerweihern südöstlich von Stettfeld die Grenze nach Oberfranken, wo dann auch an den Weihern bzw. am Mainufer der niedrigste Punkt Oberfrankens erreicht wurde.
Von hier aus ging es an Staffelbach vorbei in die südlichen Hassberge, wo wir am Sandhof und Helenenkapelle vorbei nach Kemmern liefen.
In Kemmern kehrten wir im Landgasthof Leicht ein.
Östlich davon ging es durch einen großen Wald. Am Ende des Waldes nördlich von Laubendorf an Äckern und Wiesen vorbei nach Merkendorf. Hinter Starkenschwind über einen bewaldeten Hügel und einen dornigen Trail schließlich nach Scheßlitz, wo wir wieder einkehrten.
Hinter Demmelsdorf ging es steil und bei großer Hitze um die 35 Grad auch die Hochfläche des Fränk. Juras hoch.
Über Hohenhäusling erreichten wir in Steinfeld die Wiesentquelle, wo man sich erfrischen und trinken konnte. Kurz dahinter kehrten wir beim Hübnerbräu ein.
Landschaftlich sehr schön mit Felsen war das Wiesenttal bei Treunitz, hier auch Paradiestal genannt.
Hinter Treunitz ging es lange Zeit auf trailigen Pfaden durch einen Wald bis nach Krögelstein, das wegen seiner bizarren Felsen bekannt ist. In Wonsees kehrten wir im Gasthof zur Krone ein, wo dann auch die Nacht hereinbrach. So sahen wir von Felsenlabyrinth und Felsentheater nicht allzuviel. Über Großenhüll liefen wir nun nach Menchau, wo wir die Hochfläche verließen. Ringsum um uns lauter Gewitter. Über Berndorf und Thurnau erreichten wir gegen 1:30 den Autohof Thurnau Ost. Wo wir Verpflegung und Getränke nachfassten.
Bei Neuenreuth am Main überquerten wir den Main. In Hornungsreuth verbrachten wir eine gute halbe Stunde in einem Bushäuschen, wo wir ein Gewitter abwarteten, das über uns zog. Via Fichtelhof und Pechgraben erreichten wir Harsdorf.
Bei Nenntmansreuth überquerten wir die A70 und A9 während der Morgen graute und ein neues Gewitter und ein starker Regenguss aufzog. Hier suchten wir noch einmal Schutz vor dem Regen und Gewitter.
Schließlich erreichten Stefan und ich Bad Berneck, wo Stefan ausstieg. Ich lief dann den Radweg im Tal des Weißen Mains bis nach Glasermühle bei Bischofsgrün. Ab Rangen lief ich den Panoramaweg, der teilweise dornig und zugewuchert war. Mittlerweile war es wieder sehr heiß.
Schließlich ging es den Schneeberg hoch. Von da aus lief ich nach Karches in Ziel. Etwa 1 km vor Karches konnte ich erstmals seit Thurnau Ost Trinkwasser am Hubertusbrunnen nachfassen.
Dauer des Laufs mit Pausen: 28 Stunden 34 Minuten
Dauer vom tiefsten Punkt Oberfrankens zum höchsten Punkt: 26 Stunden 45 Minuten

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ebook Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf - 130 km Laufabenteuer

Oberfränkischer Orientierungsultralauf und Abenteuerlauf - 130 km Laufabenteuer - ebook von Thomas Schmidtkonz

 
 
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