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Trail Menorca Cami de Cavalls vom 15.05. - 16.05.2015 - 185 km und knapp 3000 Höhenmeter - Bildbericht von Thomas Eller

Teil 3

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Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Traumhafte Bucht beim Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

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Nicht vergessen werde ich aber auch nicht das Gewitter, das uns mitten im Niemandsland erreichte. Der Regen war recht warm gewesen, aber die Blitze waren in der jungen Nacht so hell, dass ich jedes Mal aufs Neue mich erschrak und zusammenzuckte. Und ich zählte die Sekunden, bis das Donnergrollen kam. Anfangs kam ich auf fünf Sekunden, Tendenz abnehmend. Als dann nur noch drei Sekunden verstrichen und später dann nur noch eine einzige Sekunde zwischen dem Blitz und dem Donnerschlag Zeit war, kam fast etwas wie Angst auf. Aber es gab ja keine Häuser, nichts zum Unterstellen, also mussten wir weiter. Und dann drehte das Gewitter auch von uns wieder ab.

Es begann dann auch wieder eine längere Straßenpassage. Es ging die Küstenstraße in der Hauptstadt Maó entlang, vorbei an unzähligen Booten immer weiter Richtung Es Castell, Richtung Dropbag. Die meisten Menschen an der Strecke wissen, dass Du ein Held bist und feuern Dich an, bewundern Dich und mir ging es heuer im Gegensatz zum letzten Jahr so, dass ich fast die gesamte Küstenstraße laufen konnte. Keine Stöcke dabei zu haben macht mich schneller, es nimmt mir den Versuch, mich zu schonen, nur schnell zu gehen und die Stöcke durch die Landschaft zu schieben. Und so war ich rund zwei Stunden früher an der 100 Kilometer – Marke, beim Dropbag, dort, wo Dich die Verantwortlichen fragen, ob Du hier aufhören möchtest und ein Finisher des Trail Costa Nord (TMCN) sein willst oder ob Du weiter gehst.

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Letztes Jahr habe ich hier aufgehört und ich habe mich deshalb 365 Tage lang über mich geärgert. Und weil ich mich nicht wieder ärgern wollte, noch richtig gut drauf und auch recht schnell war, sagte ich, dass ich „selbstverständlich“ weiter laufen würde.
Ich zog frische und trockene Wäsche an, aß eine Kleinigkeit und ging nach nur 20 Minuten weiter. Es war gerade ein Uhr in der Nacht, später Nachmittag gewissermaßen und ich war „fit wie ein Turnschuh“. Nur 13 Kilometerchen bis zum nächsten VP, aber auf diesen 13 Kilometern änderte sich so viel in mir. Ich wurde extrem müde, ständig fielen mir die Augen zu, ich lief Schlangenlinien und so bat ich am nächsten VP um eine Decke und ich schlief eine Dreiviertelstunde auf einem Gartenstuhl.

Ich wollte gerade weiter, als man mir eine Regenfront für die Zeit ab 6 Uhr oder 6 Uhr 30 ankündigte. Ich solle bis dahin beim nächsten VP sein, so die Empfehlung. Das hätte ich auch geschafft, wenn sich die Regenfront an ihren Fahrplan gehalten hätte. Hat sie aber nicht und dieser Regen war eiskalt. Ich fror und ich kämpfte mich zum nächsten VP weiter. Der war aber auch einsam geblieben. In einem Auto davor saß ein Mann, der mich darauf hinwies, dass die Besatzung des VPs und einige Läufer in einem festen Gebäude hinter dem VP ausharrten. Und dort verbrachte ich die nächsten fast drei Stunden, bis der Regen aufhörte und die Sonne aufging. Viele der Läufer dort verließen an dieser Stelle das Rennen, für mich kam das aber nicht in Frage.

Das war auch gut so, weil die Südspange noch viel schöner ist als der Norden. Die Städtchen, die Buchten, die Strände, alles wie gemalt. Ich hätte weinen können, so schön war es dort. Selten habe ich so viel fotografiert. Und doch waren es eine Million Aufnahmen zu wenig, mindestens. Ich muss da im nächsten Jahr unbedingt noch ergänzen.

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Auf den letzten vielleicht fünfzig Kilometern war ich dann immens langsam. Jeder Versuch, wieder zu laufen, endete mit einem Stolperer, mit Schmerzen im Brustkorb durch die geprellte Rippe oder mit der Sorge vor einem erneuten Sturz und so speedwanderte ich mehr als dass ich lief. Überholt haben mich aber fast nur die LäuferInnen des 86 K Bewerbs Trail  Menorca Costa Sud (TMCS), die anderen CdC Läufer aus meiner Liga waren wohl ebenso müde und kaputt wie ich.
Nach der Kälte des Regens am frühen Morgen war es mittlerweile heiß geworden und mit Wehmut erinnerte ich mich an den Vortag, an dem sich die Sonne weitgehend versteckte.

Im Süden kommen die „Barrancos“, kurze, knackige Anstiege in Täler, die einsam und verlassen außer einigen Trailern fast nie Menschen sehen. Und immer wieder dazwischen eine Oase eines Städtchens, das sich für die Touristen schick gemacht hat, sich weiß angestrichen hat und das azurblaues Wasser und weißen Sandstrand trägt.

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Und weil man ja immer mit dem aufhören soll, mit dem man angefangen hat, begann etwa 13 Kilometer vor dem Ziel wieder ein Mörderwind, wieder voll auf den Mann, und wir drückten unsere Körper gegen diesen Wind weiter. Die Strecke verlief nach dem letzten VP auf einer scheinbar unendlichen Steinplatte, es war mir egal, ich war ja längst zum Wanderer mutiert.
Aber dann endete auch diese Passage, Ciutadella lag wieder vor uns und wir durften wieder Straße laufen. Das war in diesem Moment tatsächlich ein Segen für mich gewesen und ich gab noch einmal richtig Gas. Es klappte tatsächlich auch wieder mit dem Laufen.
Als mir aber jemand zurief, dass es „nur noch fünf Kilometer“ seien, beschloss ich, abwechselnd zu Laufen und gelegentlich ein paar Meter zu gehen.

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Trail Menorca Cami de Cavalls 2015

Eine Insel, die gerade mal knapp 95.000 Einwohner hat, die sich auf zwei Städte und viele Städtchen verteilen, die kann aber auch eine Stadt beherbergen, die scheinbar unendlich lang ist. Fünf Kilometer. Vorbei an Ferienhäusern, Einkaufszentren, runter zu manchen Stränden und auf der anderen Seite gleich wieder hoch, die Straßen entlang, um Roundabouts rum, Hügel rauf und am Ende wieder einen Hügel runter, Richtung Ziellinie.
Zeit, sich locker zu machen und ein Grinsen aufzusetzen.
Aber als es dann in die jubelnde Masse hinein über die Ziellinie ging, da kamen doch wieder einige Tränchen. Glück kann so feucht sein …

Victor, der Chef dieser Bewerbe, drückte mich im Ziel, es gab einige Fragen, einige Fotos und dann auch noch ein eiskaltes Bier, natürlich von der Insel.

„Die Kleinere“ ist für mich tatsächlich die Größte, meine Lieblingsinsel. Ziel meiner Träume und Sehnsüchte und ganz sicher auch Ziel meiner Laufschuhe im nächsten Jahr, wenn es wieder auf den „Weg der Pferde“ geht, auf den Cami de Cavalls.

Danke Menorca! Danke an Victor und sein engagiertes Team!
Bis 2016!

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