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Marathon - Knigge - Gutes Benehmen bei Marathonläufen

Von Thomas Schmidtkonz

Gutes Benehmen und Etikette sind in, auch bei Marathonläufen! Das zeigt eine hart geführte Kontroverse zwischen Iron Rudi Rowdy dem Marathonrabauken und Freiherr Marathony von Knigge, dem Experten für gute Benimmregeln.

:-) Diese Satire mit einem Schuss Wahrheit, darf man natürlich nicht so ernst nehmen, wie das Thema eigentlich ernst ist. Sie basiert aber auf eigenen Erfahrungen und auch die anderer.
Natürlich sind solche "Anti-Läufer" die absolute Ausnahme von der Regel, aber wenn sie die Laufbühne betreten,  fallen sie leider auch ganz besonders auf.

Auch will ich mit dieser Satire keine Sub 3:00 Läufer diskreditieren. Es gibt schließlich in allen Leistungsklassen Vorbilder und Negativbeispiele! Die frei erfundene Figur Iron Rudi Rowdy läuft nur ganz zufällig unter 3 Stunden.

Wer ähnliche Erlebnisse oder Tipps zum Thema hat, die ich an dieser Stelle veröffentlichen soll, kann sie mir gerne melden.

:-) Aber nun viel Spaß bei dieser Satire ...

Gutes Benehmen beim Marathonlaufen

Gutes Benehmen, Freundschaft und Entgegenkommen macht unseren Laufsport erst richtig schön!

 

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Einleitung

Umgangsformen sind Formen und Muster zwischenmenschlicher Interaktion. Dies gilt nicht nur im normalen Leben sondern auch bei Laufwettbewerben und Marathonläufen. Auch dort kann man je nach Verhaltensformen unter seinen Mitstreitern entweder als derb, roh, ungehobelt und unhöflich angesehen werden  oder im positiven Fall als wohl erzogen, höflich und kultiviert.

Dazu erzählt Iron Rudi Rowdy, ein wahrer Marathonrabauke von seinem letzten Marathonlauf.  Schulmeister, Freiherr Marathony von Knigge, ein Marathonengel und Experte für gute Benimmregeln schreitet dabei immer wieder ein und erklärt, warum das so nicht sein darf. Dennoch scheitert er an Iron Rudy kläglich ...

Über gute Umgangsformen beim Marathon

Iron Rudi Rowdy

Neulich zeigte ich allen beim Weinberg - Marathon, was für ein eiserner Marathonkerl ich bin! Die 3 Stundengrenze knackte ich wieder mal mit links, obwohl ich das Lauffeld von hinten aufrollte und die Nacht zuvor gepichelt hatte.

Wie der Name Weinberg schon so schön sagt, war es aber mit meinen Konkurrenten wirklich zum Heulen, so viel Flaschen und Weicheier waren da wieder dabei! Viele von ihnen brauchten über 5 Stunden!
Freiherr, sag mal was haben solche Fußlahmen da überhaupt verloren?

Freiherr Marathony von Knigge

Langsam Er,  der sehr geehrte und werte Iron Rudi Rowdy!
Auch Langsamläufer, Genussläufer und Hobbyläufer haben beim Marathon ihre Daseinsberechtigung. Nur ihnen verdanken wir die vielen, abwechslungsreichen Marathonveranstaltungen. Wären die Teilnehmerzahlen geringer, müssten viele Marathonveranstaltungen aufgeben.

Iron Rudi Rowdy

 

Also, ich sitz da am Marathonmorgen im Hotel beim Frühstücksbüffet. Abends hatte ich mit einem Laufkumpel noch ein paar Bierchen reingezwitschert. Einem echten Marathonhelden macht ja so was nichts aus! 
Jedenfalls, da setzt sich doch glatt so ein Müslianbeter unaufgefordert neben mich hin, während ich gerade das ultimative Marathongericht zu meinem frühmorgendlichen Weißbier verspeise: Leberkäse mit Ei!

"Gack, gack" sage ich zu ihm "Körner fressen nur die Hühner! Wer ein ganzer Marathonkerl ist, der setzt auf handfeste Kost!"
Da glotzt der mich doch glatt so an, als wäre er gerade aus dem Bett gefallen und sucht sich einen anderen Platz!

Freiherr Marathony von Knigge

So geht das nicht! -- (Freiherr von Knigge hebt empört seinen Zeigefinger) --

Jeder darf vor einem Marathon essen und trinken, was er meint was für ihn gut ist. Der eine verträgt dieses und der andere jenes!

Iron Rudi Rowdy

 -- (Iron Rudy ballt seine Fäuste) --
Auch, wenn ich von niederem Stand bin und Du Dich Freiherr schimpfst, sollst Du mich nicht dauernd unterbrechen! Ich habe doch noch gar nicht mit meiner coole Marathonstory beendet!

Frisch gestärkt, fuhr ich mit meiner schnittigen Karre zum Startplatz raus und schnappte so einer Schlafmütze den letzten Parkplatz vor der Nase weg.
:-) Na, der  hatte die Rechnung ohne Iron Rudi gemacht!
Da zeigte er mir der doch glatt den Vogel!
Weil ich aber schon das Marathonfieber verspürte und mich auf den knallharten Kampf Mann gegen Mann beim Marathon freute, sah ich edelmütig von einer Strafanzeige ab.

Freiherr Marathony von Knigge

Halt!
Die Straßenverkehrsordnung gilt natürlich auch für Marathonläufer. Auch bei Laufveranstaltungen darf man nicht andere Fahrzeuge behindern und sich ins Parkverbot stellen!
Natürlich darf der Geschädigte dem anderen auch nicht den Vogel zeigen. Beides ist gleichsam verwerflich!

Iron Rudi Rowdy

Da ich schon spät dran war, ging ich gleich zur Startnummernausgabe, wo immer noch eine Schlange war. Aber in der ersten Reihe stand da mein alter Laufkumpel der Steely George.
Ich reihe mich gleich bei ihm ein, spare mir also so die Wartezeit in der langen Reihe und  hab gleich noch ne gute Unterhaltung!
Bin schon ein aufgewecktes Bürschchen oder?

"Hi, George mir brummt der Schädel und was macht Dein Kater? Vielleicht hätten wir letzte Nacht doch nicht so viel saufen sollen?"

Da unterbricht doch glatt so eine freche, vielleicht gerade mal 16-jährige Göre am Ausgabeschalter unser hochinteressantes Gespräch: "Könnten Sie mir bitte für Ihre Startunterlagen Ihre Startnummer nennen?"
"Horch mal Du junges Ding, wenn Erwachsene sich unterhalten, hast Du erst mal zu schweigen! Hast Du das nicht daheim oder wenigstens in der Schule gelernt?"
"Aber sie blockieren doch schon die ganze Warteschlange!"

Ich sage es ja immer, diese Jugend von heute hat kein Benehmen mehr! Knigge, das ist doch ein Fall für Dich?

Freiherr Marathony von Knigge

Werter Iron Rudi, wie nett, dass Sie mich auch mal wieder zu Wort kommen lassen.
Auch da besteht Verbesserungspotential:
Der kluge Läufer holt seine Startunterlagen rechtzeitig ab. Sie sind doch schon gestern angereist, da hätten Sie doch schon Ihre Unterlagen am Vortag holen können. Meist ist am Vortag weniger los.
Oft profitiert der am Vortag Anreisende auch von einer kostenlosen Nudelparty und anderen gütigen Wohltaten der Veranstalter.

Wenn man einen Bekannten vorne in der Warteschlange entdeckt, gehört es außerdem nicht zum guten Ton sich gleich beim ihm vorne mit einzureihen. Dann noch die Blockade der Warteschlange, darüber kann ich leider nicht mehr gnädig hinwegsehen!

Iron Rudi Rowdy

Ach, was Knigge! Ich holte die Startnummern  am Vortag nicht ab, weil ich noch meinen obligatorischen 6 km - Lauf mit ein paar spritzigen Sprints machen musste. Das war für mich Laufbrillianten sozusagen der letzte Schliff! Da hatte ich keine Zeit für olle Startnummernausgaben!
Und komm mir nicht mit diesem Nudelbrei, den es immer auf den Nudelpartys gibt ...

Jedenfalls das Weißbier vom Frühstück wollte wieder raus. Ich begoss gleich vor der Sporthalle den nächst besten Gartenzaun. Da kam doch glatt die Hausherrin mit dem Nudelholz raus gerannt ...
Wie gut, dass ich Marathonläufer bin. So konnte ich mich gleich warm laufen!

Freiherr Marathony von Knigge

Die Veranstalter sorgen in der Regel für dazu vorgesehene Örtlichkeiten. Sind im Notfall die Warteschlangen vor diesen zu lang, sollte man wenigstens außer Sichtweite die Botanik aufsuchen und nicht Gartenzäune, Hausmauern und dergleichen besprengen!
Zur Wahrung der Schamgrenze sollte sich außerdem der Verrichtende so positionieren, dass allen anderen der Blick auf entblößte Körperpartien erspart bleibt.

Iron Rudi Rowdy

Warmgelaufen, musste ich nun noch für mein passendes Outfit sorgen. Da es schon recht warm war, verzichtete ich gleich auf mein Laufshirt und ließ nur meinen String - Tanga an. So konnte jeder meinen athletisch gebauten Körper bewundern.

Freiherr Marathony von Knigge

Auch für Männer ist  "Oben Ohne" bei Marathonveranstaltungen ein Not To Do!
Eine Marathonveranstaltung ist eine traditionelle, sportliche Veranstaltung und hat weder was mit der Loveparade, mit Beach Volleyball oder gar FKK zu tun.

Iron Rudi Rowdy

Hey Knigge, bist Du verklemmt!

Also, ich sah ganz hinten im Startblock ein paar tolle Laufmiezen. Daher reihte ich mich hinten ein, damit die Fußlahmen da hinten auch mal einen gut gebauten und schnellen Läufer zu Gesicht bekamen!

Freiherr Marathony von Knigge

Schon wieder muss ich dazu was anmerken:  Marathonläufer sollten sich ihrer Leistungsklasse bzw. ihrem geplanten Lauftempo entsprechend im Startblock einreihen.
Schnelle Läufer wie Sie also vorne! Die Gemächlicheren reihen sich hinten ein!

Bei Großveranstaltungen gibt es dazu die offiziellen Startblöcke je nach Leistungsvermögen. Langsame Läufer, die trotz ihres geringeren Leistungsvermögens in vorderen Startbereiche starten, stellen ein Hindernis für die anderen Läufer dar.

Iron Rudi Rowdy

Knigge kennst Du nicht den Spruch: "Die Letzten werden die Ersten sein!"

Also, bei den beiden hübschen Laufhasen hatte ich mit meinem Corpus mächtig Eindruck geschunden. Darüber war ich so begeistert, dass ich fast den Startschuss verpasste.

Aber es heißt ja beim Marathon "Quäl Dich Du Sau!" und so trennte ich mich von den beiden Mädels. Im Eifer des Getümmels und Gedrängels vergaß ich schnell den Trennungsschmerz von den beiden Hübschen, die mir noch hinterher kicherten.

Nun durfte ich aber keine Zeit mehr verlieren, weil ich ja unter 3 Stunden rennen wollte. Ich gab Gas. Da behinderten doch regelrechte Sperrketten mein gutes Vorankommen ...

 

Freiherr Marathony von Knigge

Ja, gerade langsamere Läufer laufen gerne mit Bekannten zusammen und quasseln mehr als sie laufen. Dabei joggen sie nicht hintereinander sondern nebeneinander und bilden Sperrketten . Das behindert schnellere Läufer. Oft sind diese dann zu riskanten Überholmanövern am Streckenrand gezwungen.

Iron Rudi Rowdy

Ach was, Iron Rudi weiß sich auch in solchen Situationen zu helfen. Notfalls helfen da Iron Rudis eiserne Ellbögen! Was meinst Du woher ich meinen Namen habe? Vom Iron Man bestimmt nicht!
Also setzte ich ein paar gezielte Ellbogenstöße ein. Was meinst Du wie schnell ich da freien Durchgang hatte!

Freiherr Marathony von Knigge

Anwendung brutaler Gewalt, ist das letzte was man beim Marathon machen darf. So was kann zur Disqualifikation führen!

Iron Rudi Rowdy

Ach was, ich war so schnell an denen vorbei, dass die gar nicht merkten wer das war.

Freiherr Marathony von Knigge

Was sagen Ihnen die Begriffe Sportlichkeit und Fairness?

Iron Rudi Rowdy

Horch mal Du kluger Heini! Wer läuft hier schon jahrelang erfolgreich in Zeiten unter 3 Stunden den Marathon und ist wirklich sportlich? Du oder ich?

Also nach ein paar Kilometern habe ich endlich aufgeholt und ein freies Feld vor mir. Wir waren ja nicht in Berlin, wo dich dauernd einer behindert.
Da hängt sich doch glatt so ein Möchtegernläufer bei starkem Gegenwind in meinem Windschatten und keucht mir was vor, als würde er aus den letzten Loch pfeifen. Dazu stöhnt er wie bei was noch schlimmeren. Weil eine Vertiefung des Themas nicht ganz jugendfrei ist, belass ich es damit ...

 

Freiherr Marathony von Knigge

Danke, dass Sie auch einmal an die Jugend denken! Daher habe ich das Vertrauen in den guten Menschen, selbst bei Ihnen noch nicht ganz verloren.

Es ist in der Tat sportlich unfair sich ohne Einverständnis des Vordermanns die ganze Zeit in dessen Windschatten zu hängen. Wenn, dann sollte man sich auch mal selbst als Windschattenläufer anbieten!

Wer auf laute Atemgeräusche oder unüberhörbares Stöhnen nicht verzichten kann, sollte außerdem von seinem Vordermann etwas Abstand halten oder ihn überholen. Solche Geräusche sind meist störend. Notfall langsamer tun! Falscher sportlicher Ehrgeiz, der die Gesundheit angreift, ist fehl am Platz!

Iron Rudi Rowdy

Mittlerweile hatte ich mein Frühstücksweizen schon rausgeschwitztt. Gut, dass nun eine Trinkstelle kam!
Ich zu denen:
"Hey Ihr da, geht das nicht etwas schneller? Reicht mal Iron Rudi ein kühles Helles rüber!"
"So was haben wir hier nicht!"
"Dann gibt mir gefälligst was anderes zum Trinken her!"
Dabei wende ich mich zu meinem Laufnachbar, der mir dauernd hinterher gehechelt war: "Das sind Schlafmützen oder?"

Freiherr Marathony von Knigge

Veto!
Der wohlerzogene Marathonläufer mit geschliffenen Manieren behandelt nicht nur seine Mitstreiter stets höflich sondern ganz besonders die Helfer. Die machen das freiwillig und ohne Entlohnung und opfern ihre knappe Freizeit für das Wohl der Läufer. Die haben etwas mehr Freundlichkeit verdient!

Iron Rudi Rowdy

Ich zahle so viel Startgeld! Also erwarte ich von den Veranstaltern einen Top-Service. Sollen die Veranstalter doch den Helfern was von ihren satten Gewinnen abgeben!

Freiherr Marathony von Knigge

Viele Veranstaltungen sind froh, wenn die Einnahmen die Kosten tragen. Sie sind oft ebenfalls Idealisten. In der Regel bleibt wenig Geld übrig und ohne Sponsoren und freiwillige Helfer wäre kaum eine Laufveranstaltung machbar.

Iron Rudi Rowdy

Also, ich habe meinen Becher in der Hand und greif mir noch eine der schleimigen Bananen.
Den Becher trink ich halb aus und werfe ihn in hohen Bogen in die Botanik.
Die Banane esse ich nicht. Ich habe ja noch den stöhnenden Verfolger hinter mir.
Als Könner lass ich sie geschickt fallen und mein Hintermann rutscht prompt auf der Schleimspur aus. Er schreit laut: "Au! Au! Ich habe mir weh getan!"
"Du Weini! Das ist doch nicht weiter schlimm! Die Sanis sind  sicher schnell zur Stelle!"
Da brauch ich mich also um nichts weiter kümmern. Grinsend sprinte ich davon ...

Freiherr Marathony von Knigge

Becher, Flaschen usw. entsorgt man am besten in den dafür vorgesehenen Behältern. Man wirft sie nicht in der Gegend herum, sondern lässt sie beim Stadtmarathon, wenn keine Behälter zur Stelle sind, einfach so fallen, dass man seinen Hintermann nicht damit behindert.

Bei Landschaftsläufen und Bergläufen verursacht man gar keinen Müll, sondern gibt den direkt am Verpflegungspunkt ab.

Bei rutschigen Sachen wie Bananen achtet man ganz besonders darauf, dass kein Läufer ausrutschen kann!

Iron Rudi Rowdy

So schaltest Du keine Konkurrenten geschickt aus!

Damit meine Familie weiterhin auf mich stolz sein konnte, musste ich nun richtig Gas geben. Es ging ja um meine Laufehre!
Dazu brauchte ich Energie. Also packe ich in der Mitte zwischen zwei Verpflegungsstellen ein Powergel aus und tanke Energy. Natürlich entsorge ich gleich den Verpackungsmüll im nächsten Garten nebenan.
So bekommen diese "Coachpotatoes" dort auch einmal etwas Bewegung, wenn sie den Müll aufsammeln müssen.
Knigge bin ich nicht ein Wohltäter?

Freiherr Marathony von Knigge

Nein, Wohltäter stell ich mir anders vor!
Marathonläufe sind keine Freibriefe für eine wahllose Müllentsorgung. Wer unbedingt sein Gel 2 Kilometer vor dem nächsten Verpflegungspunkt isst, nimmt den Verpackungsmüll bis dorthin mit und gibt dann dort höflich und mit guten Manieren seinen Müll dort ab.

Iron Rudi Rowdy

Ja, bin ich denn ein Müllmann?
Was weißt Du schon davon, wie knapp die Zeit bei Sub 3:00 Läufen sein kann und was unsereins da so alles mitmacht? Da zählt jeder Bruchteil einer Hundertstelsekunde! Da kann ich keinen Müll als unnötigen Ballast mit mir herumschleppen.

Die Kilometer flogen dahin. Hinter Kilometer 30 wurde es so richtig hart. Aber als eiserner Marathonläufer ging es mir trotz der unmenschlichen Anstrengungen noch ganz gut.

Bei Kilometer 33 lag einer leichenblass und regungslos am Straßenrand. Ja, der Marathon fordert seine Opfer!
Mensch, den kenne ich doch! Das ist doch der Müslifan vom Frühstückstisch!
Ich grinse ihn hämisch an: "Haben wir wohl in letzter Zeit etwas zu wenig trainiert und uns überschätzt oder hast Du gar das falsche gefrühstückt? Mein Tipp, iss mal lieber was gescheites zum Frühstück!"

Ich lass ihn links liegen, schließlich will ich ja noch unter 3 Stunden bleiben. Aber die Sanitäter sind heute schon Schlafmützen! Warum ist noch keiner da?

Freiherr Marathony von Knigge

Marathonläufe befreien niemand vor der Ersten Hilfeleistung im Notfall!
Ist keine Hilfe zur Stelle, muss der Läufer selbst ran, auch wenn er deswegen seine neue persönliche Bestzeit gefährdet. Ein Menschenleben zählt mehr!

Iron Rudi Rowdy

Ja, bin ich denn ein laufender Samariter oder in einen Wohlfahrtsverein! Mein  Sportverein interessiert sich für nur meine Platzierungen und Laufzeiten!
Marathonläufe bringen so wie Kriege das schlimmste im Menschen hervor!

Ich lag gut in der Zeit und überholte schon wieder einen Konkurrenten. Ich würdigte ihn keines Blickes und rülpste nur mal kurz. Mehr Beachtung war der Versager ohnehin nicht wert!

Freiherr Marathony von Knigge

Marathon ist ein Wettkampf. Trotzdem soll man auch zu seinen Konkurrenten freundlich und höflich sein, da der gemeinsame Wettbewerb nicht trennen soll, sondern Gleichgesinnte miteinander verbindet.
Also grüßt man gerade bei solchen gegen Ende des Laufes seltener werdenden Überholmanövern sein Gegenüber mit einem freundlichen "Hallo" oder mit einem "Wie geht's?" oder noch besser mit: "Darf ich mich vorstellen?" oder "Würden Sie mir bitte den Vortritt gewähren?"!

Gute Manieren gehören zum Marathonlauf, Rülpsen und Furzen dagegen nicht!

Lassen sich solche unbeliebten Geräusche nicht vermeiden, ist die geräuscharme  der lauten Variante vorzuziehen. Im Zweifelsfall kann durch gleichzeitiges Husten oder Räuspern die unerwünschte Geräuschkulisse übertönt werden. Wer im Gesang begabt ist, kann es auch mal mit einem fröhlichen Lied wie "Das Laufen ist des Müllers Lust" versuchen ...

Iron Rudi Rowdy

Ach was! Beim echten Kampf Mann gegen Mann ist Höflichkeit fehl am Platze!

Bei Kilometer 35 folgte eine 2 Kilometer lange Gerade, wo es kaum Zuschauer gab.
Plötzlich stand dann doch ein kleines verlorenes Häufchen solcher Heinis am Rande und feuerte mich frenetisch an. Die bildeten sich doch glatt ein, dass seine Majestät Rudi il Magnifico sie eines Blickes würdigt!

Freiherr Marathony von Knigge

Marathonläufer sollen Zuschauern dankbar sein, die oft stundenlang ausharren und jeden Läufer kräftig anfeuern. Den meisten Läufern tut so ein Beifall gut. Man sollte ihnen dafür etwas zurückgeben und wenn es nur ein kurzes Danke, Winken oder Lächeln ist.

Iron Rudi Rowdy

Endlich nähere ich mir der Ziellinie. Wer ist denn jetzt vor mir? Das ist doch Steely George! "Ha! Ha! Du alter Angeber,  habe ich doch noch eingeholt!"
Ich pirsche mich unbemerkt heran....
Oh je, jetzt hat er mich doch bemerkt! Wir sprinten beide mit letzter Kraft los.
Junge, Dein Fehler, dass Du heute morgen keinen Leberkäse gegessen hast. Der gibt mir nun die nötige Kraft. Mit einem gezielten Ellbogenstoß sprinte ich im Zielkanal an ihm vorbei!

Freiherr Marathony von Knigge

Lieber Rudi, wäre es nicht viel schöner gewesen, wenn Sie beide gemeinsam über die Ziellinie gelaufen wären?
Was wäre das für eine schöne und sportliche Geste gewesen!

Iron Rudi Rowdy

Nein, ich hatte Steely George gezeigt, wer der wahre Champ ist. Mit meiner tollen Zeit von 2:58:13 hatte ich außerdem vielen Müsli-Indianern das Fürchten gelehrt.
Es war für mich wieder ein tolles Erlebnis, das allen zeigte was in mir steckt.
Lasst Euch gesagt sein: Iron Rudi kommt wieder!

Freiherr Marathony von Knigge

Hoffentlich nicht!
Allerdings befürchte ich, dass diese Rudis uns erhalten bleiben. Aber die meisten Marathonläufer sind anständige und freundliche Menschen ohne Fehl und Tadel. Wer nicht, konnte ja jetzt viel von mir lernen!
Dem wahren Schulmeister ist ja nichts zu schwer!

Links

Anstand

Wikipedia über Anstand

Umgangsformen

Wikipedia über gute Umgangsformen

Adolph Freiherr von Knigge

Wikipedia über den Namensgeber guten Benehmens. Sein Name steht heute stellvertretend, aber irrtümlich für alle Benimmratgeber, die mit Knigges eher soziologisch ausgerichtetem Werk nichts gemein haben.

Adolph Freiherr von Knigge - Über den Umgang mit Menschen

Knigges berühmtes Werk online
Der Läufer Knigge Die Runner's World über gutes Benehmen beim Laufen
Bringt Farbe in die Natur! - Eine Glosse von Günter Kromer Eine Glosse zum Thema Läufermüll

 

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