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laufspass.com Bad Windsheimer Weinturmlauf am 22.03.2009 - Ein Laufbericht von Jochen Brosig

Autor:  Jochen Brosig

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Was macht das Gewürzregal? Jochen Brosig beim 8. Bad Windsheimer Weinturmlauf

Meine Frau sagt, wenn Laufen wirklich so meditativ wäre, gäbe es in Haushalt und Wohnung keine Probleme mehr. Nein, sie will sich auch nicht beschweren über die vielen einsamen Sonntagsfrühstücke, wenn ich meinem Sport nachgehe, der angeblich so wenig Zeit in Anspruch nimmt. Richtig ablachen kann sie aber, wenn ich ihr erklären will warum ich so gerne laufe: „Ich kann so wahnsinnig toll nachdenken beim Laufen. Da kommen mir die besten Ideen.“ „Ideen“, meint sie dann nur, „was bräuchten wir Ideen. Zum Beispiel, wie wir endlich unser Küchenregal an der Wand befestigen. Aber bitte so, dass es nicht gleich nach der zweiten Berührung wieder auf den Boden kracht.“

Ich bin ganz ruhig. Mit jedem Atemzug spüre ich, wie meine Schritte größer werden. Meine Beine berühren kaum noch den Boden. Mein Körper wird leicht. Ich hebe ab. Ich schwebe. Ich denke an nichts. An nichts! Beim Laufen sind die Gedanken frei. Neben mir hustet jemand, zieht seinen Schleim hoch und spuckt aus. Das reißt mich kurz aus meiner Meditation. Bad Windsheim. 10 KM-Lauf. Genau! Alain, Birgit, Elisabeth, Günther und Helmut sind mit dabei. Elisabeth und Günther starten mit mir beim 10er. Alain, Birgit und Helmut laufen den Halbmarathon. Ich setze ein Bein vor das andere. Es gibt keinen schlechten Zeitpunkt oder schlechten Ort zum Laufen. Das ist das Besondere am Laufen. Ich spüre meinen Körper und bin mit mir im Reinen. Alles ist gut. Total klar. Probleme? Was ist das? Mittlerweile haben wir den ersten Anstieg hinter uns gelassen und laufen an KM 4 vorbei.

Laufen entspannt. Und wenn dann mein Gehirn ein Stunde Pause hatte, dann kann ich die dringend auf Lösung wartenden Probleme dieser Welt wieder frisch angehen. Meine Frau hat da eine ganz andere Vorstellung. Manchmal sitzt sie nach meinen Läufen betont entspannt im Wohnzimmer, doch ihr Blick verrät sie. Eigentlich könnte sie auch mit den Regalbrettern für das Küchenregal in der Wohnungstür auf mich warten. Ihr Fuß würde bedrohlich wippen und sie würde mich fragen, ob ich jetzt eine Idee hätte, wie dieses Regal endlich an die Wand kommt. Wie banal! Im Moment geht es nur darum, wie meine Seele der Erleuchtung entgegenfliegen kann. Ich kämpfe um die Plätze. Die Verpflegungsstation liegt hinter mir. Heute läuft es gut. Ich gleite über den Asphalt. Der Wind bläst wie immer in Bad Windsheim. Aber das stört mich nicht. Mittlerweile geht es wieder leicht abwärts. Zeit um das Tempo anzuziehen.

Meine Frau versteht das nicht. Wenn ich sage, ich kann beim Laufen prima nachdenken, dann denkt sie ausschließlich an Praktisches. Es geht um Stauraum für Gewürzgläser, Kochbücher und Tupperbehälter. Behälter mit so lustigen Namen wie Eidgenossen, Gewürz-Zwerge, Gewürz-Riesen, Wichtel, Julchen, Hitparade und Quick-Chef. Letzterer klingt wie ein neuer Kosename für mich. Und wehe es steht nicht alles an seinem Platz! Dann kommt der wahre Chef und es setzt einen Anpfiff. Ich blicke auf die Startnummern um mich herum. Alles Halbmarathonis. Ich liege ganz gut in der Zeit. Noch 2 Kilometer. Jetzt heißt es kämpfen. Schritt für Schritt. Nicht nachlassen. Alles braucht seine Zeit. Auch ein Gewürzregal. Ich brauche eben Zeit und ein paar Anläufe, bis solche Großprojekte wie das Anbringen eines Küchenregals analysiert sind. Doch beim Laufen geht es um mehr, ums große Ganze, nicht um solch schnöde Details. Man hat hinterher einen ganz anderen Blick auf die Welt. Knoten lösen sich, Lösungen zeichnen sich ab. Aber nicht für Regalbretter. Mehr so übertragen meditativ gemeint.

Die Zielgerade. Endspurt. Geschafft. Heute war ein guter Lauf. Viele gute Ideen!

10 KM-ZIEL. Aber für mich ist noch lange nicht Schluss. Wie letztes Jahr hänge ich noch eine Runde dran. Eine Gewürzregal-Gedächtnisrunde. Der Wind bläst stärker. Für mich läuft es weiterhin prima. Ich komme zum zweiten Mal zum Ziel und stifte ein wenig Verwirrung, als ich neben dem Zielkanal vorbei laufe. Gut gelaunt gehe ich zur Siegerehrung.

Auf der Heimfahrt denke ich noch einmal darüber nach: „Laufen macht frei! Da löst sich vieles von selbst!“ Ich weiß schon jetzt was meine Frau darauf antwortet: „Es löst sich nur deshalb vieles von selbst, weil ich es löse, während du läufst. Und außerdem: Buddha, der Erleuchtete – er sitzt. Oder liegt. Er ist dick. Und er lächelt das glücklichste Lächeln der Welt. Hast du schon einmal einen laufenden Buddha gesehen? --- Eben!“

Run happy and smile!

Weinturmlauf 2009 Weinturmlauf 2009
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Lauffreund Rudi
Weinturmlauf 2009
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