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Mittelfränkischer Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014: 115 km vom tiefsten Punkt Mittelfrankens zum höchsten Punkt Mittelfrankens - Bericht von Thomas Schmidtkonz

Teil 2

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Mittelfränkischer Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Das beschauliche Keidenzell beim Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Jausenstation

Offenes und weites Land begleitet mich auf meinem Weg zum Fembachtal. Felder wechseln sich mit Wiesen voller Pusteblumen ab. Im Fembachtal gibt es sogar eine "Jausenstation", obwohl wir nicht in Österreich sind. Da ich aber das Tageslicht nutzen will und die Station geschlossen aussieht, ziehe ich weiter.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Weites Land

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Pusteblumenwiese

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Im Fembachtal

Hinter dem Tal geht es auf einem schmalen Waldpfad steil bergauf. Dahinter endet aber auch schon wieder der Wald.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Grüne Hölle

Verdiente Rast

Es folgt eine Wiese und unverhofft eine Sitzbank, die zu einer Rast einlädt. Mittlerweile bin ich etwa 7 1/2 Stunden unterwegs und fühle mich immer noch super. Ich köpfe meine Bierflasche, gönne mir einen Schluck und ziehe dann mal wieder die Schuhe aus. Auch bei den Füßen ist noch alles im grünen Bereich, also keine Druckstelle oder Blase zu entdecken. Nur die Fußsohlen tun mir schon etwas weh. So ist das kühle Gras, das an meine Fußsohlen kitzelt, schon so was wie Wellness und auch eine Wohltat für meine Füße.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Verdiente Rast

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Wellness für die Füße

Langenzenn

Mein nächstes Etappenziel und die größte Ortschaft auf meiner Gesamtstrecke ist Langenzenn. Ursprünglich wollte ich hier zu einem Abendessen einkehren, weil es dahinter sehr einsam wird und Gaststätten dann nur noch sehr rar gesät sind. Dank der Pause im Supermarkt, will ich aber nun das Abendessen ausfallen lassen und noch das restliche Tageslicht für die beiden größeren Wälder hinter Langenzenn nutzen.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Kastanienblüte im Flusstal bei Langenzenn

Weil ich nun nicht mehr einkehren will, umgehe ich Langenzenn erst einmal im Flusstal, bevor ich dann doch noch ein ganzes die Stadt durchqueren muss.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Im Flusstal bei Langenzenn

Die lang gezogene Straße am Klaushofer Weg führt mich aus Langenzenn heraus. Irgendwann nervt mich dieses Straße. So biege ich in ein Neubaugebiet ab, wo ich auf einem Sandweg an allerlei Sandhaufen vorbeilaufe. In Zukunft werden dort wohl bald wieder in einem dieser seelenlose Vorstädte Häuser stehen und so wieder ein Stück Landschaft zubetoniert sein.
Wieder ein letztes Stück auf dem Klaushofer Weg überquere ich auf einer Brücke die vierspurige Schnellstraße B8. Gleich dahinter biege ich rechts in den Wald auf einen schönen Singletrail ab, der erst ein kleines Stück direkt an der B8 entlang führt, bis er sich endlich von dieser geräuschvollen Straße entfernt. Es ist zwar erst kurz nach sieben, aber wegen der dunkeln Wolken schon recht düster. Ein erster kleiner Vorgeschmack auf die lange Nacht!

Als ich den Wald verlasse, verfärbt sich auch schon der Himmel im Westen am Horizont. Es zeigt sich schon ein erstes Abendrot.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Langsam naht die Nacht

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Das beschauliche Keidenzell

Wald des Schreckens

Es folgt das beschauliche Bauerndorf Keidenzell, noch mit historischen Ortsbild, das noch noch nicht in die Breite gewuchert ist. Dahinter erwartet mich wieder einmal ein großes Waldgebiet. Da es langsam düster wird, möchte ich das noch möglichst schnell durchlaufen, weil ich wieder mit einigen problematischen Querfeldeinpassagen rechnen muss. Im Wald ist es dann auch schon deutlich finsterer, dazu wird es bereits unangenehm kalt. Wie kalt wird es aber erst heute Nacht werden, wo dann auch der Himmel aufklaren soll?

Ich laufe zuerst auf einen holprigen Fahrweg. Ein Traktor hat deutliche Spuren hinterlassen.  Die tiefen Spurrillen machen das Laufen unangenehm. Endlich enden diese Spurrillen.
Aber der Weg wird immer schlechter, zugewucherter und führt mich in ein enges Tal hinein, zudem in die falsche Richtung.
Ich muss unbedingt die Richtung wechseln! Aber nach rechts, wo ich hin muss, führt kein Weg, Außerdem geht es hier steil hoch. Dazu ist dort alles zugewuchert.
Aber es hilft alles nichts! Ich muss da hoch! Da ich mich weder in felsigem noch alpinem Gelände befinde, sollten sich wenigstens die Gefahren in Grenzen halten. Also Augen zu und durch!
Mühsam erklimme ich im Dickicht und Unterholz den steilen Berghang. Hier ist es schon fast zapfenduster. Das strengt an und an all die Zecken, die hier sicher schon auf mich lauern, will ich gar nicht denken.
Endlich erreiche ich die Bergkante und befinde mich erstmals in über 400 m Höhe. Insgesamt sind hier aber die Höhen und Höhenunterschiede immer noch bescheiden. Viel mehr herausfordernd sind dagegen die recht großen Waldgebiete, in denen man sich gerne verläuft, zumal so viele Wege plötzlich im Nirgendwo enden.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Der große Wald hinter Keidenzell. Gleich biege ich rechts ab lauf querfeldein einen steilen Waldhang hoch

Mittlerweile ist es schon so duster geworden, dass ich auf meinem Garmingerät kaum was erkenne, weil ich um Akku zu sparen, die Hintergrundbeleuchtung ausgeschaltet habe. Daher packe ich beim nächsten kurzen Halt, eine meiner beiden Stirnlampen aus. So sehe ich wieder, wo ich ungefähr bin. Ansonsten benötige ich die Lampe noch nicht, weil der Weg immer noch erkennbar ist.

Plötzlich höre ich in der Ferne lautes und unheimliches Gebelle. Fangen jetzt schon die Gespenster und Wolfshunde der Nacht mit ihrem Unwesen an? Das geht ja schon gut los!
Hat das nicht noch etwas Zeit? Mir graut es schon vor der eigentlichen Nacht!
Aber dann fällt mir ein, dass Rehe besonders morgens und abends gerne solche Laute von sich geben. Der Laut drückt dabei bei ihnen eher Erregtheit und Aggression als Angst aus. Einerseits bellen sie auch, um Fressfeinden zu signalisieren, dass eine weitere Annäherung sinnlos ist, andererseits teilen sie so auch Artgenossen mit, wo sie sich befinden. Sollten sie mich für einen Fressfeind halten, sei ihnen gesagt, dass ich zwar gerne Rehfleisch esse, aber heute meine Verpflegung schon im Rucksack mitführe.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Ich habe die Stirnlampe ausgepackt. Nun kann die Nacht kommen!

Eine Feier in Oberreichenbach

Endlich endet der riesige Wald des Erschreckens und ich lande beim letzten Tageslicht in Oberreichenbach. Mich verwundert dabei, dass in diesem einsamen Dorf lauter Autos herumstehen. Hier muss was gefeiert werden!

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

In Oberreichenbach komme ich noch bei einem Polterabend unverhofft zu einem warmen Abendessen

In der Tat, da steht ein kleines Festzelt und davor ein paar Leute. Das muss so was wie ein Feuerwehrfest oder eine kleine Kirchweih sein.
Ich komme mit diesen Leuten ins Gespräch, weil sie sich über meine Aufmachung wundern. Natürlich wollen sie wissen, wo ich hin will.
Ich sage: "Zum Hesselberg!". Daraufhin sie: "Wo willst Du übernachten? Hast du schon einen Übernachtungsplatz?"
Ich: "Nein, ich brauche keinen Übernachtungsplatz. Ich laufe die Nacht durch!"
Da gucken sie mich mit Erstaunen an.
"Wenn Du Dir einen Wolf läufst, dann lauf den Wolf davon!" Das geben sie mir noch als Rat mit, als ich im Zelt verschwinde.
Dort möchte ich mir ein paar Bratwürste und ein Cola bestellen, weil es in dieser Gegend so gute Bratwürste gibt, wie ich aus meinen Läufen nach Unterschlauersbach weiß.
Ich werde aber aufgeklärt, dass es nur einen gefüllten Braten gibt. Das ist für mich auch ok. Als ich zahlen will, sagen sie mir, dass das ganze nichts kostet, weil das hier ein Polterabend ist. Also bin ich unverhofft in einen Polterabend reingeplatzt! Diese netten Menschen haben mich aber nicht abgewiesen, sondern mich sogar eingeladen. Ich hinterlasse aber eine kleine Spende und lass mir dann den Braten zur Akkordeonmusik schmecken. Meinen Durst lösche ich lieber mit einer Flasche Cola als mit Bier, weil ich ja noch eine lange Nacht vor mir habe.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Mein Abendessen beim Polterabend

Als ich alles gegessen und getrunken habe, trage ich mein Geschirr zurück und bedanke mich noch einmal für dieses unverhoffte Abendessen, das mich nun sicher besser durch die lange und kalte Nacht bringen wird. Bei einem Wartehäuschen an einer Bushaltestelle kurz dahinter, mache ich noch einmal eine kurze Pause, einmal um wieder Sand aus meinen Schuhen zu entleeren, aber auch um kurz bei facebook reinzuschauen und noch einmal die Stirnlampe und alles was ich nun in der Dunkelheit benötige zu überprüfen.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Nun laufe ich in die lange Nacht rein

Beginn einer gruseligen, langen und kalten Nacht

Dann mache ich mich wieder auf die Socken, während die letzte Abendröte am westlichen Horizont verschwindet. Es ist mittlerweile etwa 21:30 abends. Also darf ich nun auch auf Straßen laufen, wenn ich möchte. Aber dennoch will ich auch weiterhin Wege laufen, so weit das möglich ist. Die ersten Kilometer in der Nacht sind nicht allzu schwierig, weil ich nun Feldwege außerhalb von Wäldern laufe. Aber ich spüre auch, wie nun die Temperatur immer mehr absackt. Bald ziehe ich meine Jacke über mein längärmeliges Laufshirt, weil es so richtig bitterkalt wird. Später folgen dann auch noch Kapuze und Handschuhe.

Nun endet die offene Hochfläche. Ich muss nun durch einen ersten finsteren Wald ins Tal zwischen Seubersdorf und Unterschlauersbach absteigen. Nur ein kaum erkennbarer Pfad führt hier herunter und ich muss aufpassen, dass ich nicht über ein Hindernis stolpere. Mehrmals lege ich mich fast hin.
Ich erreiche nun das Tal und quere eine Straße und suche den Weg, der mich auf der anderen Seite des Tals wieder hochführen soll.
Wo ist der nur? Das könnte er sein. So was wie ein Pfad führt durch das stockdunkle Dickicht wieder hoch. Wie gut, dass ich eine Ersatzlampe dabei habe. Gar nicht auszudenken, wenn hier die einzige Stirnlampe ausfallen würde.
Endlich erreiche ich wieder offenes Gelände, wo ich mehr erkennen kann. Ich bestrahle mit der Lampe meine Beine und lese wieder einen ganzen Schwung von Zecken ab. Das sind nun meine  Vampire der Nacht! Wann ist es endlich so kalt, dass dieses ekelige Getier inaktiv wird?
Wenigstens werden die Wege nun erst mal wieder besser.

Bei Lentersdorf geht es nun steil ins nächste Tal hinunter und auf der anderen Seite zuerst auf einer Straße und dann wieder in einem sehr dichten Wald auf einem Weg weiter, der mal wieder im Nirgendwo endet. Mehr oder weniger querfeldein, kämpfe ich mich den Wald hoch. Weil es so anstrengend ist, bleibt keine Zeit für irgendwelche Urängste.
Auf der Hochfläche angekommen endet Gott Lob der Wald. Ich kann nun auf einen gut zulaufenden Fahrweg weiterlaufen. Die Uhr zeigt leider erst 22:30 an. Also liegen immer noch fast 7 Stunden Nacht vor mir. Das wird also ganz schön dauern bis ich die ersten Lichtstrahlen des aufkommenden Tages entdecke!

Auf dem Weg ins nächste Tal lande ich auf einen Hof. Irgendwie endet hier der Fahrweg. Wo geht es weiter?
Aber auch hier schlage ich mich irgendwie durch und lande schließlich auf einem Radweg neben der Straße, die mich direkt nach Kleinhaslach führt. Ich könnte nun der Straße weiterhin bis nach Bruckberg folgen. Aber die Füße tun mir bei dem "Asphaltgetrete" so richtig weh. Also wage ich mich auf dem Alternativweg Richtung Hügel, der mich erst am Waldrand entlang führt. Da geht es noch ganz gut voran.

Hindernislauf in der Nacht und Gruselszenen

Nach einem kurzen Straßenabschnitt folgt aber ein weiterer Wald, wo ich Bruckberg am östlichen Hügel davon umgehen möchte. Vom Weg ist hier leider kaum was erkennbar. Zudem sind hier wohl momentan Baumfällarbeiten im Gang. Nur wegen der Nacht ist hier kein Holzfäller mehr anwesend. Ich muss mich also in der Finsternis zwischen Baumstämmen, Ästen und allerlei Gestrüpp durchkämpfen und darf dabei meinen Weg nicht verlieren, der diese Baumfällzonen ständig kreuzt.
Im Lichtkegel meiner Stirnlampe zeigen sich nun auch noch riesige Spinnennetze. Dazu höre ich auch wieder das unheimliche Gebell der Rehe.
Ist heute eigentlich Vollmond? Treiben gar Werwölfe ihr Unwesen? An Vampire will ich gar nicht denken, da ich ja mit den Zecken, diesen Minivampiren heute schon genug Ärger hatte.
Als ich den Lichtkegel meiner Stirnlampe vom Spinnennetz abwende, blitzen zwei unheimliche Augen auf. Ein Werwolf oder Graf Dracula persönlich? Roten Augen sind es wenigstens nicht. Sie schimmern mehr bläulich. Schreck lass nach!
Aber bald erkenne ich, dass es keine Augen sind, sondern irgendwas anderes reflektiert hier. Was es ist, weiß ich nicht. Aber es bewegt sich wenigstens nicht auf mich zu. Ich kriege noch einmal eine Gnadenfrist!

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Im Wald ist es nun so richtig schön gruselig

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Nichts für Menschen mit Spinnenphobie!

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Hindernislauf in der Nacht. Dies ist nur eins der eher harmlosen davon

Geisterstunde

Endlich endet dieser mit allerlei Hindernissen und Schrecknissen gespickte Wald und ich erreiche kurz vor Mitternacht die Ortschaft Bruckberg. Als ich Bruckberg wieder verlasse, schlägt die Kirchturmuhr Mitternacht. Nun beginnt die Geisterstunde, eine eiskalte dazu! Ich zittere vor Kälte oder gar vor Angst? Wolken meines Atems reflektieren im Lichtkegel meiner Stirnlampe, dazu mein regelmäßiges Atemgeräusch geben der gespenstischen Kulisse eine ganz spezielle Note,
Wieder einmal muss ich zuerst durch einen stockdunklen Wald  laufen. Aber diesmal wenigstens auf einem guten Fahrweg. Immer wieder laufen Schauer meinen Rücken herunter. Ist die Kälte daran schuld, meine Angst vor Gespenster oder neckt mich gar ein solches? Sitzt schon so ein Unhold auf meinem Rucksack, der sich plötzlich so schwer anfühlt?
Nein, ich mag mich nicht umdrehen.

Endlich endet der Wald. Auf einer Lichtung steht eine ungemein mächtige Eiche. Schade, dass ich sie nicht fotografieren kann. Ein Prachtbaum! Der stand sicher schon so im Dreißigjährigen Krieg. An solchen Bäumen hängten die Schweden oder andere Kriegsmarodeure ihre Feinde und Deserteure auf. Galgenbäume nannte man solche Bäume. Was, wenn jetzt so eine verlorene Seele hier noch herumspuckt? So inmitten der Geisterstunde, in der ich mich gerade befinde!

Die blutrote Sichel

Ich beschleunige meinen ansonsten so langsamen Laufschritt. Mein Blick schweift nun Richtung Westen. Dort sehe ich eine blutrote Sichel. Oh, das ist die Mondsichel, die gerade untergeht. Na, wenigstens kein Vollmond! So muss ich heute wenigstens nicht mit Werwölfen rechnen, die ja bekanntermaßen bei Vollmond ihr Unwesen treiben!

Das Schauspiel fasziniert mich so sehr, dass ich es versuche  mit der Kamera zu bannen.  Dabei muss ich den Mond 30 fach heranzoomen, während die Belichtung mehr als bescheiden ist. Schade, dass ich kein Stativ dabei habe. Ich stütze meine Hand an einem Baumstamm ab, um ein Stativ leidlich zu ersetzen. Aber irgendwie gelingt mir dann sogar das folgende Bild, wohl auch Dank einer automatischen Stabilisierung in der Kamera. Ist schon Wahnsinn, was selbst kleine Kameras heute alles können!

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Um Mitternacht geht eine blutrote Mondsichel unter

Begegnung inmitten der Nacht

Schon bald folgt wieder ein stockfinsterer Wald. Wenigstens laufe ich nun auf einem halbwegs gut markierten Wanderweg. Ich kann mich so auch anhand der Markierungen orientieren. Der Weg führt nun von einer Anhöhe in ein weiteres Tal hinunter, wo ich dann auf einer Landstraße nach Vestenberg hoch laufe. Es ist gegen halb zwei Uhr morgens, als ein altersschwacher VW-Bus an mir vorbei schleicht. Wird er den Berg noch schaffen? Beim letzten Haus bleibt er stehen und jemand steigt aus. Der Bus setzt zurück und verschwindet.
Vor mir steht ein jüngerer, schon etwas angetrunkener Herr. "Du bist aber jetzt nicht mit ausgestiegen?" meint er. "Nein, sicher nicht!"
Nun fragt er mich ganz verwundert, woher ich denn komme. So erzähle ich ihm meine Geschichte. Wieder einmal ernte ich dabei nur Staunen und Verwunderung. Er selbst kam von einem Motorradtreffen, wie er mir erzählt. Na ja, so freuen wir uns darüber, dass wir beide uns inmitten dieser Mainacht was zu erzählen haben.
Ich wünsche ihm schließlich eine gute Nacht und er mir einen guten Lauf und so ziehe ich von dannen.

Verlaufen

Leider bin ich einen Weg zu früh abgebogen. So bleibt mir nur ein Weg über eine Wiese, weil ich die Alternative durch das Gestrüpp eines dichten Waldes meiden will. Da das Gras schon sehr feucht ist, werden dabei meine Füße nass. Wenigstens aber nicht meine Beine, weil ich mir mittlerweile auch meine dünnen Überhose über die normale Hose angezogen habe, weil es gar so bitterkalt ist.

Kälte und Anstrengung

Endlich erreiche ich wieder den regulären Weg. Dieser führt mich durch ein weiteres großes Waldgebiet, nur einmal von der B14 unterbrochen, wo ein Auto vorbeirauscht, als ich die Straße queren will.
Mittlerweile bin ich abgehärtet und verliere keine Gedanken mehr an Gespenstern und Werwölfen. Die Nacht ist nur noch kalt und anstrengend. Immer wieder rechne ich nach, wie viele Stunden es noch bis zur ersten Morgendämmerung sind. Mittlerweile ist es schon 3 Uhr morgens. Also die letzten gut zwei Stunden werde ich auch noch überstehen!

Ich quere mitten im Wald zwei Bahnlinien. Es folgt dahinter noch einmal ein trailiger Abschnitt, bis ich in Milmersdorf, einem Vorort von Sachsen bei Ansbach, die nächste Ortschaft erreiche. Ich laufe nun auf einer hügeligen Straße weiter nach Sachsen, während mir auf dem Asphalt die Füße schmerzen und ich sehr müde bin. Gerne würde ich mal für ein paar Minuten schlafen, so wie beim Oberfränkischen Orientierungslauf. Aber dafür ist es heute einfach zu kalt. Dennoch lege ich bei einem Bushäuschen eine kurze Rast ein. Auch um die Schuhe, Strümpfe und Füße von Sand und Dreck zu reinigen, zumal ich an der rechten Fußsohle eine Druckstelle spüre. Von der Druckstelle abgesehen, entdecke ich nach mittlerweile etwa 80 km Laufstrecke keine weiteren Problemzonen oder Blasen. Also zahlt sich meine Fußpflege aus!
Ich werfe noch schnell einen Blick mit dem Smartphone auf facebook. Setze eine Kurznachricht ab, wo ich bin und schaue, ob die anderen was gepostet haben. Ich sehe dabei, dass Stefan und Silke in Bruckberg am Abend so gegen 21:00 eingekehrt sind, das ich erst gegen Mitternacht oben umging. Also sollten sie ein ganzes Stück vor mir liegen, während Didi und Petra noch hinter mir liegen sollten.
Nun wird es aber zu kalt und ich ziehe weiter.

Ich laufe nun auf Landstraßen und überquere um halb vier Uhr morgens die A6, wo immer noch ein gewisser Verkehr herrscht, während hier auf der Landstraße so früh am Sonntag Morgen kein einziges Auto  fährt.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Früh am Morgen überquere ich die A6

Kurze Ruhe

Zwischen Oberrammersdorf und Nehdorf folgt auf Waldwegen der nächste große Wald. Hier ist es immer noch zapfenduster und bitterkalt. Ich zittere mittlerweile vor Kälte. Ich hätte noch eine dünne Schicht zum Anziehen mitnehmen müssen. Gleichzeitig bin ich nun sehr müde. Wie gerne würde ich jetzt mal 10 Minuten schlafen, aber bei der Kälte geht es nicht. Dennoch suche ich mir nun einen Platz inmitten des Waldes, setze mich hin, schließe die Augen und entspanne mich dabei. Das tut richtig gut! Nach einer Minute stehe ich wieder auf und laufe im gewohnt langsamen Tempo weiter. Mir geht es nun deutlich besser. Ist schon Wahnsinn, was selbst so ein Minutenschlaf alles ausmacht!

Ende der Nacht

Gegen 4:45 erreiche ich Nehdorf. Fern im Osten graut nun schon der Morgen, während die Temperatur weiter absackt. Die Nacht geht ihrem Ende entgegen. Auch die ersten Vögel beginnen nun mit ihrem Morgenkonzert und vertreiben so die Stille der Nacht.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

In Nehdorf graut schon gegen 4:45 der Morgen

Die Hexe

Ich laufe nun mal wieder auf Landstraßen. Dabei erschreckt mich nur wenige Tage nach der Walpurgisnacht im diffusen Morgenlicht das Gesicht einer Hexe an einem Baumstamm. Das auch noch! Stimmt, Hexen hatte ich noch nicht! Muss die Nacht nun so enden?
Aber das ist nur ein eigenartiges Gebilde an diesem Baum, das mein Gehirn in ein Hexengesicht gewandelt hat. Weiter kein Grund zur Aufregung!

Endlich kann ich wieder meine Kamera zücken. Solch frühe Morgenstunden sind ein Traum für laufende Fotografen. Der rötliche Horizont, der dunkle Schatten der Silhouetten der Bäume, gepaart mit dem milchigen Weiß des Morgennebels ergeben ein wunderschönes Bild:

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Morgenrot und Morgennebel. Dazu ist es eiskalt.

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Dorfidylle am sehr frühen Sonntagmorgen

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Wann kommen endlich die ersten wärmenden Sonnenstrahlen?

Mittelfränkischen Orientierungsultralauf vom 03.05 - 04.05.2014

Hier kommt sie endlich!

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