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Tour de Tirol 2009

Unwetter bei der Tour de Tirol 2009

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Tour de Tirol vom 09 - 11.10.2009 - Drei Tage und 73,3 km Laufspaß - Bildbericht von Thomas Schmidtkonz

Teil 8: Unwetter auf der Hohen Salve und der 3. Tag

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Aufkommender Regen

Zuerst geht es noch relativ moderat einen Fahrweg in die Höhe. Aber ab Kilometer 40 müssen wir die schwarze Skipiste auf direktem Weg hoch. Dabei bläst mir ein kräftiger Wind in den Rücken. Das macht zwar das Hochsteigen einfacher, aber zeigt auch, dass sich die bedrohliche Schlechtwetterfront unweigerlich nähert.

Tour de Tirol 2009

Ab Kilometer 40 geht es die schwarze Skipiste direkt hoch, ...

Die Luft schien sich plötzlich mit einer Art Brausen zu erfüllen. Das Haus erbebte und rüttelte und sie hörten einen Ton wie von einer gewaltigen vibrierenden Saite. Die Fenster klapperten. Zwei Scheiben zersplitterten, und ein Windstoß fuhr herein, der sie ins Taumeln brachte. Die Tür gegenüber knallte zu und zerschmetterte den Riegel. Der weiße Türknauf bröckelte in kleinen Stücken zu Boden.

Aus Die Perle von Jack London

Erste dicke Regentropfen platschen mir  ins Gesicht. Es wird merklich kälter. Wie gut, dass ich was Langärmeliges dabei habe. Gott Lob, habe ich das Shirt bis hier hoch geschleppt! Nun kann ich es anziehen!

Allmählich prasseln die Regentropfen immer stärker herunter. Tropfen reihen sich an Tropfen und bald öffnet der Himmel endgültig seine Schleusen. Es schüttet. Konnte dieses Mistwetter nicht noch eine halbe Stunde warten?
Bald bin ich durchnässt.  Vorwurf: Hätte ich doch heute meine 4-fach GoreTex Bergsteigerjacke mitgenommen!

Tour de Tirol 2009

, während immer mehr Regen auf unsere Häupter herunterprasselt.

Tour de Tirol 2009

Raoul erschrak über den Anblick des Himmels. Er war viel näher gerückt – tatsächlich meinte er ihn berühren zu können, wenn er die Hand ausstreckte; und er hatte sich von bleigrau zu schwarz verfärbt ...

Und immer noch wurde der Wind stärker. Er hatte kein Maß mehr dafür, denn dieser Wind übertraf alles, was er bisher erlebt hatte; aber trotzdem wusste er, irgendwie, dass es noch stärker brauste.

Aus Die Perle von Jack London

Völlig durchnässt erreiche hinter KM 40,5 den letzten Verpflegungspunkt. Mein langärmeliges Shirt wärmt nicht mehr richtig, da es schon patschnass ist, während sich der Regen immer noch steigert. Einer der Helfer möchte uns hier schon am liebsten rausiehen. Aber was soll ich hier in der Kälte ohne Bewegung und ohne warme Kleidung? Da friere ich doch völlig aus, so durchnässt wie ich bin!
Es hilft nur noch die Flucht nach vorne. Ich packe mir eine Red Bull Dose und marschiere weiter.

Tour de Tirol 2009

1,5 km vor dem Ziel passiere ich die letzte Trinkstelle, während ein Wolkenbruch auf uns niedergeht

Der OK - Präsident, der aus der Kälte kam

Wie ein Gespenst aus dem Bergnebel erscheint plötzlich Martin Kaindl mit einer riesigen blauen Mülltüte.
Das ist aber vorbildlich. Sammelt der OK - Präsident persönlich bei dem Sauwetter von den Läufern fahrlässig verteilten Müll ein?
Ich will ihn schon meine Red Bull Dose geben. Nein, das ist nicht der Grund! Er verteilt an uns Gipfelstürmer im Sturm Wärmefolien. Er sagt uns, dass sie die Zeitmessung oben abgebrochen haben, aber jeder noch in die Wertung kommt. Maßgebend ist dabei unsere Durchgangszeit in Hexenwasser, die auf die Zielzeit hochgerechnet wird. Wir sollen aber nach oben laufen und uns dann dort melden.

Tour de Tirol 2009

Als wir die Baumgrenze verlassen, kommt dazu noch starker und eisiger Wind auf

Tour de Tirol 2009

Wie gut, dass Martin Kaindl uns entgegenkam und Wärmefolien an uns verteilte

Der Sturm hatte noch weiter zugenommen. Er fühlte es an dem Baum, auf dem er saß. Er schwankte nicht mehr oder neigte sich von einer Seite zur anderen. Stattdessen blieb er praktisch unbeweglich in einem festen Winkel vom Wind weggeneigt und vibrierte lediglich. Aber diese Vibrationen waren übelkeitserregend.

Aus Die Perle von Jack London

Der Orkan

Ich binde mir die Wärmefolie um. Bei dem Sturm habe ich dabei Mühe, dass er sie mir  nicht aus der Hand reißt. Bald schließe ich auf eine Läuferin auf. Ich sage zu ihr, dass wir nun am besten zusammenbleiben. Gemeinsam ist man bei so was etwas sicherer.

Mittlerweile haben wir die Baumgrenze überschritten. Da wir auch noch auf der Wetterseite hoch marschieren, trifft uns der Sturm voll, der sich nun zu einem regelrechten Orkan aufschaukelt. Die dicken Regentropfen kommen nun nicht mehr von oben sondern prasseln uns nun stechend wie Nadeln waagrecht ins Gesicht. Die Läuferin neben mir zeigt Mutterinstinkte und zieht mir meine Folie über den Kopf. So bin nun noch etwas mehr geschützt.
Als Brillenträger sehe ich mittlerweile kaum mehr was. Halbblind stapfe ich die Gott sei Dank gut markierte Strecke hoch.
Die Temperatur dürfte nun bei etwa 5 Grad liegen, aber bei Sturmböen bis zu locker 100 km/h liegt die für mich gefühlte Temperatur tief unter dem Gefrierpunkt.

Was wäre wenn so was bei einem dieser Extrem - Bergultras auf schmalen und gefährlichen Pfaden mitten in der Nacht passieren würde? Gar nicht auszudenken!
Hier werden uns die Gefahren vom Laufen in den Bergen auf der eigenen nackten Haut bewusst. Viele Bergläufer laufen ja wie z.B. bei dem berüchtigten Zugspitzlauf 2008 nur mit Träger T-Shirts los, obwohl sie wissen, dass solche Wetterkapriolen drohen können. Auch ich habe diesmal das ganze unterschätzt. Wie gut, dass hier die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt fällt,  die Strecke zwar steil aber gut markiert ist und kaum Absturzgefahr besteht und der Veranstalter sehr schnell reagiert hat. Er verteilt Wärmefolien, schickt uns ständig Helfer entgegen, die nach dem Rechten schauen und lässt die Läufer hinter uns nicht mehr weiterlaufen, aber behält sie in der Wertung!

Tour de Tirol 2009

Oben bricht ein regelrechter Orkan los, der uns fast umweht und trotz der Wärmefolie stark auskühlt. Wir stolpern nun nur noch vor uns her.

Der Wind schnitt ihm die Luft ab. Er konnte ihm nicht die Stirn bieten und gleichzeitig atmen, denn er brauste ihm durch Mund und Nase und blähte seine Lunge auf wie einen Ballon. In solchen Momenten fühlte er sich, als wäre sein Körper angeschwollen und vollgestopft mit fester Erde.

Aus Die Perle von Jack London

Letztes Drama vor dem Ziel

Die letzten Meter laufen wir auf einer lehmigen und daher sehr glitschigen Wiese hoch. 20 Meter vor dem bereits abgebauten Ziel rutsche ich im Matsch aus und falle in den Dreck. Trotz der über mir tosenden Elemente kann ich mich eines Grinsens nicht erwehren. Wie gut, dass mich hier keiner mehr auf Foto bannen kann. Das wäre sicher ein witziges Foto geworden.
Ich stehe auf, was sollte ich auch anderes tun und rette mich über die Ziellinie. Meine inoffiziell , selbst gemessene Zeit liegt bei 5:59:58. Später wird die von Hexenwasser aus hochgerechnete Zeit bei gut 5:56 liegen.
Na ja, ohne diesen Wetterkapriolen, hätte ich diese andere Zeit auch locker geschafft!

Oh Wunder, ich kriege sogar noch eine Finishermedaille umgehängt! Toll, dass die Mädels sich nicht von diesem Unwetter abschrecken ließen. Das ist schon toll, wie tapfer sie hier mitten im brüllenden Orkan ausharren!

Nur 1-2 Sekunden hinter mir läuft Thorsten ins Ziel. Da er gestern schon nur 1-2 Sekunden hinter mir lag, ist er nun mein schärfster Verfolger in der Gesamtwertung bei den hinteren Plätzen der Tour de Tirol!

Tour de Tirol 2009

Vom Unwetter gezeichnet, patschnass und wie Espenlaub zitternd im Ziel.

Zitternd im Ziel

Die Platzierung kümmert uns aber momentan wenig. Wie Espenlaub zitternd sehen wir uns nur nach einem, nämlich nach etwas Wärme. Ne hübsche Helferin steht dazu nicht bereit, aber ich entdecke Sven, der schon vor einer Stunde ins Ziel lief, aber noch ausgeharrt hat, bis ich hier ankam. Das nenne ich Freundschaft!
Im Verpflegungszelt hält er dann auch noch das Gestänge feste, damit es der Sturm nicht noch wegweht.

Tour de Tirol 2009

Sven hält das Gestänge des Verpflegungszelts fest. Ob das Zelt dem Sturm widersteht? Gott Lob: Ja!

Heißer Tee und Suppe bringen meine ausgekühlten Glieder wieder etwas auf Betriebstemperatur, bevor ich die völlig durchnässten Klamotten abwerfe und trockene Sachen anziehe.
Als wir dann mit der Bahn runterfahren, haben sich Sturm und Regen schon wieder gelegt. So schnell kann sich das Wetter ändern!
Oh ihr Wetterhexen von Hexenwasser, da habt ihr mir heute aber ein Berglauferlebnis beschert, von dem ich sicher noch eine zeitlang erzählen kann!

Tour de Tirol 2009

Regnerisches Wetter auch am Sonntagmorgen

Der Kaiserwinkl - Marathon am Sonntag

Der Sonntag beginnt wie der Samstag aufgehört hat: regnerisch.
Da ich nicht mehr in Hexenwasser bin, schicke ich einige Sonnehexe gen Himmel und in der Tat es scheint zu helfen. Die Wolken verziehen sich immer mehr und erste Sonnenstrahlen spitzen hervor.

Ich treffe mich mit Dieter und gemeinsam gehen wir die wenigen Hundert Meter von meinem Hotel zum Startgelände.

Tour de Tirol 2009

Als ich zum Start am Walchsee zusammen mit Dieter gehe, bessert sich das Wetter ...

Tour de Tirol 2009

... und es kommt sogar mal die Sonne raus.

Dort angekommen, sehen wir wieder viele bekannte Gesichter aus den Vortagen.

Da die Muskeln von den Strapazen der letzten beiden Tage doch etwas strapaziert sind, will ich mich vor dem Lauf noch etwas länger langsam einlaufen.
Autsch, da und dort tut es dabei weh. Aber so langsam geht es dann doch, als die Muskeln wieder warm werden.

Tour de Tirol 2009

Weltmeister Renate und Weltmeisterinflation

Prompt sucht uns ein weiterer Regenschauer kurz vor dem Start heim. Ich flüchte unter ein Zeltdach und treffe dort Renate Werz, der ich gleich zum gestrigen Weltmeistertitel in Ihrer Altersklasse gratulieren kann. Es ist schon erstaunlich, was sie so alles läuferisch leistet. Nebenbei ist sie übrigens schon über 200 Marathons gelaufen. Ihr 200. war nämlich der diesjährige Zermatt - Marathon, wo wir uns auch mehrmals auf der Strecke trafen.

Oh, Mist. Dieter muss ich noch gratulieren. Er war gestern der schnellste laufende Fotograf. Er trägt ja jetzt sozusagen den inoffiziellen WM - Titel für die Langdistanz laufende Berglauf- Fotograf- Gilde.
Und was ist mit Usain Schmidtkonz? Sicher ist er der selbsternannte Weltmeister der Genussläufer ... Kicher!

Tour de Tirol 2009

Aber schon folgt der nächste Schauer. Mensch, momentan ist doch Oktober und nicht April!

Tour de Tirol 2009

Renate, die frisch gebackene Weltmeisterin Ihrer Altersklasse

Tour de Tirol 2009

:-) Passend zum Start meldet sich die Sonne wieder zurück!

Tour de Tirol 2009
Tour de Tirol 2009

Er kommt sicher auch aus dem Frankenland

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