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Allgäu Panorama Ultramarathon am 22.8.2010 – Paradies für Landschaftsläufer – Bildbericht von Günter Kromer

Teil 4

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Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Holzbrücke beim Sonthofener Ultratrail

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Kurz vor der Bergstation der Söllereck-Bahn verlassen wir wieder Österreich. Plötzlich höre ich hinter mir ein Geräusch. Zum Glück drehe ich mich um und sehe, dass der Gurt meiner fast neuen Fototasche gerissen ist. Das wäre traurig, ausgerechnet bei diesem schönen Lauf die Kamera zu verlieren!
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Kurz darauf beginnt der langer Abstieg nach Oberstdorf, zuerst mit Genusslaufen auf einem weiterhin sehr stark von Wanderern frequentierten Weg hinab nach Hochleite.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Hier kann ich wieder so richtig Gas geben.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Nun wird das heutige Bergpanorama durch den Blick ins Stillachtal ergänzt.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Nach einem Richtungswechsel sehe ich vor mir das Nebelhorn.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Nun verlassen wir die Hauptwanderroute. Der Abstieg über Treppen und Wurzeln wird vorübergehend etwas anspruchsvoller.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
 Oberhalb des von vielen Badegästen besuchten Freibergsee laufe ich dann wieder auf bequemen Wegen. Zu gerne würde ich jetzt auch in dem herrlichen See schwimmen, aber unsere Route führt nicht ans Ufer. Außerdem wird es mit dem Zeitlimit in Oberstdorf sonst für mich zu knapp.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Ein leichter Abstieg bringt mich hinab zur Brücke über die Stillach.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Vorbei an den drei Kapellen von Sankt Loretto laufen wir auf fast ebener Strecke auf Oberstdorf zu. Da ich sehe, dass gerade Urlauber aus der größten Kapelle heraus kommen beschließe ich, sie kurz von innen anzuschauen.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Unsere Route führt zum Glück nicht durch das Ortszentrum von Oberstdorf sondern außen herum. Nur am Eissportzentrum und am Parkplatz der Nebelhornbahn müssen wir vorbei. Hier bemerke ich besonders viele verwunderte Blicke der Leute, die nur aus dem Auto aussteigen, mit der Gondelbahn hinauf fahren und oben gerade noch die paar Meter zur Terrasse schaffen. Die verstehen nicht, wie man so blöde sein kann, 3000 Höhenmeter zu Fuß zurückzulegen.
Plötzlich führt der Weg wieder ordentlich aufwärts, aus dem Ort heraus. Was ist los? Habe ich die Cut Off Stelle mit der Verpflegung bei km 48 verpasst? Nein, die Erdinger Arena mit den Sprungschanzen liegt wirklich etwas oberhalb der Stadt. Eine halbe Stunde vor dem offiziellen Zeitlimit erreiche ich die Arena, in die mehrere Skisprungschanzen münden.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Ich trinke schnell je einen Becher Cola, Iso und Wasser und will auch etwas essen, aber schon seit drei Stunden weigert sich mein Magen, etwas festes zu sich zu nehmen. Vielleicht liegt es an der Hitze. Abgesehen davon fühle ich mich noch völlig fit. Vier Stunden Zeit für die restlichen 20 km – das hört sich wie ein Spaziergang an. Das werde ich problemlos schaffen!
Irrtum!!! Man darf den Rückweg mit weiteren 1000 Höhenmetern Aufstieg nicht unterschätzen! Zuerst steige ich steil auf einem Fahrweg in die Höhe. Bald komme ich an einem kleinen Wasserfall vorbei.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Schließlich wird die Steigung angenehmer, und etwa 400 m über dem Tal laufe ich auf einem netten Höhenweg mit Blick auf Oberstdorf, Fischen sowie zur gegenüberliegenden Hörnerkette, wo wir heute Morgen gelaufen sind.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Der Weg führt immer wieder auf und ab. Laufen und Gehen wechseln wieder häufig. Manchmal sehe ich ein paar Dutzend Meter vor und hinter mir keine anderen Läufer, dann laufe ich wieder in einem kleinen Pulk. Bei so langen Distanzen freut man sich, wenn man zwischendurch bekannte Gesichter sieht. Dies ist viel schöner als bei anonymen Massenveranstaltungen wie dem Jungfrau-Marathon, den ich inzwischen wegen dem Gedränge und dem Stau aus der Top 5 meiner schönsten Läufe gestrichen habe, obwohl er rein landschaftlich gesehen natürlich unschlagbar ist. Die heutige Strecke steht dafür ab sofort drin.
Bei der Gaißalpkapelle umgibt mich wieder Postkartenidylle. Ich komme mir vor wie bei den Wanderurlauben früher mit meinen Eltern.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Die Hitze plagt mich immer mehr. Zum Glück bekomme ich bei der nächsten Wasserstelle an der Gaißalp nicht nur Cola sondern auch aus einem Schlauch eine Kopfdusche. Ich hätte nicht erwartet, dass dies so extrem erfrischt. Wie Doping, leider nur mit kurzfristiger Wirkung.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
In Gesprächen mit anderen Teilnehmern merke ich, dass viele Ultralauf-Sammler dabei sind. Für mich ist dies heute abgesehen vom Keufelskopf mein schwerster Lauf, für andere dagegen ist es eher eine kleine Trainingsrunde, kein Vergleich zu UTMB oder den vielen sogar noch härteren Herausforderungen. Davon bin ich so weit entfernt wie der KSC (so leid mir das als Karlsruher tut) von der Champions-League.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Beim Entschalp-Hof (km 57) erreiche ich schon recht erschöpft die nächste Wasserstelle. Da ich seit Stunden nichts essen konnte, fehlt mir außer anderen Nährstoffen natürlich auch Salz. Daher finde ich den Vorschlag einer Helferin, Salz in mein Wasser zu schütten, großartig. Was wäre eine Laufveranstaltung ohne die vielen Dutzend ehrenamtlichen Helfer, die stundenlang auf dem Berg stehen, um uns Läufern mit Wasser, Essen und viel guter Laune zu versorgen? Auch heute kann ich zu den V-Punkten nur sagen: Leute, ihr seit Spitze! Vielen, vielen Dank!
An dieser Stelle auch mal ein Appell an all die anderen Läufer: Für uns sollte es selbstverständlich sein, dass wir nicht immer nur den guten Service der Veranstaltungen konsumieren, sondern zwischendurch auch selbst mal dazu beitragen, dass es weiterhin ein so großes Angebot schöner Läufe geben kann. Meldet euch bei Läufen in der Region auch selbst mal als Helfer! Meine Freundin und ich haben schon auf recht unterschiedliche Weise Laufveranstaltungen unterstützt. Beim KUSUH werden wir die Sache demnächst endlich auch mal aus der Perspektive der V-Stellen erleben.
“Nur noch 300 Höhenmeter bis zum Sonnenkopf“ – das hört sich normalerweise wie ein netter Spaziergang, aber heute kommt es mir wie eine üble Drohung vor. Nun wird die Strecke wie schon in der Ausschreibung angekündigt steiler als alles, was wir heute schon bewältigt haben. Zuerst auf einem Schotterweg, dann auf einem Trail schleiche ich furchtbar langsam in die Höhe. Jetzt macht sich meine heute sehr mangelhafte Nahrungsaufnahme deutlich bemerkbar. Mein Tank ist leer.
Verdammt, ist das anstrengend! Ich bin zwar bei Wettkämpfen schon steiler Aufstiege hinauf marschiert, aber nicht nach 57 km und nicht bei so einer Wärme. Der Aufstieg kommt mir endlos vor.
Vor mir stürzen zweimal andere Wanderer, was nicht an der objektiven Schwierigkeit der Strecke liegen kann, stehen aber wieder auf, andere sitzen oder liegen erschöpft am Wegrand. Wieder andere ziehen mit Vollgas an mir vorbei. Ach wie sehr ich die beneide!
Neben dem Weg steht eine Bank, von der aus man einen herrlichen Blick hinab nach Sonthofen hat.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Zu gerne würde ich hier länger sitzen bleiben, aber noch muss ich mich weiter aufwärts plagen. Einen Vorteil hat das langsame Gehen: ich kann unterwegs Heidelbeeren pflücken, ohne stehen zu bleiben.
Und der Weg wird sogar noch steiler! Endlich höre ich vom Sonnenkopf her Anfeuerungsrufe. Das brauche ich jetzt! Die Helfer da oben wissen, was jetzt in uns Läufern los ist. Noch nie war ich so froh, einen Gipfel zu erreichen. Hier öffnet sich uns nun auch der Blick hinein ins Retterschwangtal.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Die herrliche Aussicht dort oben sollte man eigentlich länger genießen. Doch da ich für den Aufstieg so überraschend lang gebraucht habe wird es höchste Zeit, schnell hinab nach Sonthofen zu laufen. Ich will unbedingt vor dem offiziellen Zielschluss um 18 Uhr unten sein.
Zuerst bremst mich eine Treppe noch etwas, doch bald kann ich relativ schnell laufen. Bald nach dem Gipfel folgt schon die nächste Wasserstelle. Hier wurde das Material sogar mit einem Traktor hinauf gebracht.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Der größte Teil der Abstiegsroute führt über breite, nicht allzu steile Wege, auf denen man schnell vorwärts kommt. Nur zwischendurch muss ich auf kurzen Abschnitten das Tempo drosseln. Das schnelle Laufen macht mir nach dem zermürbenden Aufstieg richtig Spaß. Nur der Zeitdruck und die Hitze auf der fast schattenlosen Strecke beeinträchtigen die Freude ein klein wenig.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Noch eine Wasserstelle, dann sofort weiter! Zwei zum Glück nur kurze Passagen mit wenigen Metern Aufstieg bremsen mich etwas aus, aber dann kann ich wieder rennen. Drei Kilometer vor dem Ziel sehe ich noch mal hinter Oberstdorf aufragenden Berge vor mir.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Jetzt plagt mich die Hitze wirklich. Doch dann biegen wir in ein sehr schattiges Tal und laufen an einem Bach entlang. Der Temperaturunterschied wirkt extrem erfrischend. Ich will fotografieren, aber ein Blick auf die Uhr zeigt, dass der Zielschluss bedrohlich nahe rückt. Also weiter!
Auf dem letzten Kilometer wartet noch eine teuflische Versuchung auf uns Läufer. Eine Wassertretstelle, an der viele Menschen fröhlich ihre Beine kühlen, scheint zu rufen: „Bleib stehen! Ist doch egal, wann Du ans Ziel kommst!“
Ein Ordner stoppt an einer Straße die Autos, dann renne ich noch 200 m auf einem Fußgängerweg, und dann ist es geschafft! Knapp vier Minuten vor dem offiziellen Zielschluss laufe ich als 118. über die Linie. Nach mir kommen in den nächsten 70 Minuten noch 32 weitere Teilnehmer an, die zum Glück alle noch in der Ergebnisliste gewertet werden. 27 Teilnehmer mussten bereits in Oberstdorf ausscheiden.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Bei der Siegerehrung zeigt sich auch der Veranstalter von der überraschend niedrigen Finisherquote (17 Frauen, 133 Männer) enttäuscht. Sicher lag es heute an dem warmen Wetter.
Die schnellsten Frauen: 1. Eva Übelhör in 9:03, 2. Margit Hirtzy in 9:30 und 3. Annett Bahlcke in 9:59.
Die schnellsten Männer: 1. Matthias Dippacher in 6:33, 2. Seppi Neuhauser in 7:06 und 3. Michael Veit in 7:19.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010
Direkt neben dem Zielbereich ist das Freizeitbad Wonnemar , in dem wir Läufer uns anschließend kostenlos im Whirlpool, den Schwimmbecken und (wem so was Spaß macht) auf den Riesenrutschen erholen können.
Alle Teilnehmer bekamen nicht nur eine Medaille, ein Funktions-T-Shirt sowie verschiedene Latschenkiefer-Probepackungen, sondern auch den „Allgäu Panorama Marathon – Läufer“, eine Metallfigur auf einem schweren Steinsockel.
Allgäu Panorama Ultramarathon Sonthofen 2010

Fazit:

Diese sehr gut organisierte Veranstaltung mit der herrlichen Strecke gehört in jede Laufsammlung. Den muss man machen! Am 21.8.2011 wird auf der 69 km Strecke auch die Deutsche Meisterschaft der DUV im Cross- und Landschaftslauf ausgetragen. Noch ein Grund mehr, sich anzumelden!
www.allgaeu-panorama-marathon.de

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